Aufsatz 
Untersuchungen über den Chronisten Johannes Nuhn von Hersfeld / von Julius Pistor
Entstehung
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sich, wenn auch nur vereinzelt, ein wesentlicher Fort- schritt geltend. Die Zeit war gekommen, wo man das Bedürfnis fühlte, die ganze städtische Vergangenheit zu ergründen und im Zusammenhang darzustellen. Ein solcher Versuch wurde um die Wende des 15. Jahr- hunderts in der Stadt Frankenberg gemacht, die vor den übrigen oberhessischen Orten sich längst durch den Eifer auszeichnete, mit dem dort wissenschaftliche Studien gepflegt wurden. Der Verfasser der Chronik ist der Priester Wigand Gerstenbergi). UÜber seinen Lebens- gang sind wir nur mangelhaft unterrichtet. Im Jahre 1457 zu Frankenberg geboren, bezog er im Frühling 1473 die Erfurter Hochschule, wo er theologischen Studien oblag. Um die Mitte der achtziger Jahre weilte er wieder in seiner Vaterstadt. Später finden wir ihn auf dem Reichstage zu Worms(1495), dem er als Kapellan Wilhelms des Jüngeren beiwohnte. In der Umgebung dieses Fürsten, der in Marburg Hof hielt, tritt Gerstenberg zum letzten Male 1497 auf. Vermut- lich begab er sich nach dem frühen Tode Wilhelms (1500) nach Frankenberg zurück, wo er im Jahre 1522 starb.

Kirchhoffs Wendunmut ed. Gsterley II. 329). Beiläufig mag be- merkt werden, daß auch die von 1369 bis 1599 reichenden Hom- berger Jahrbücher(abgedr. im 2. Stück d.Marburgischen Beyträge zur Gelehrsamkeit S. 246 257) wohl nichts anderes sind als Notizen aus städtischen Archivalien. Ferner findet sich in Johann BangsNeuer Chronik(Mühlhausen 1600) eine Reihe von Nach- richten über Eschwege(z. J. 1354, 1423, 1433, 1443, 1450, 1452, 1454, 1460, 1461, 1480, 1484), die aus ähnlichen Quellen(z. T. In- schriften an öffentlichen Gebäuden u. s. w.) geflossen sein müssen.

¹) Für die folgenden Ausführungen verweise ich der Kürze halber auf meine mehrfach citierte Abhandlung über Gerstenberg. Zu S. 20 Anm. 18) das. sei nachträglich bemerkt, daß der Familien- name des Chronisten wohl mit einer in der Nähe von Ziegenhain gelegenen értlichkeit, dem Gerstenberg, in Verbindung zu bringen ist. Vgl. Landau in d. Zeitschr. f. hess. Gesch. 143 ff.(Note 9).