Aufsatz 
Untersuchungen über den Chronisten Johannes Nuhn von Hersfeld / von Julius Pistor
Entstehung
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Von einem Aufschwung der städtischen Historio- graphie im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts kann freilich keine Rede sein: dazu waren die Verhältnisse zu klein und die Städte traten zu wenig selbständig hervor, auch existierten die Umstände, die hundert Jahre früher hier und da Anlaß zu Aufzeichnungen gegeben hatten, längst nicht mehr. So beschränkte man sich in Kassel seit etwa 1460 darauf, ganz kurze Notizen über die Ereignisse, die dort und hier und da im Lande vorfielen, namentlich über die kriegerischen Unterneh- mungen Ludwigs II. und Heinrichs III., zu machen. Sie sind in der sogen. hessischen Congeries enthalten, einer Kompilation, die allem Anschein nach im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts entstanden ist ¹). Dagegen macht

aufgehoben wurde. Über die Herkunft des Liedes bemerkt der Schreiber(S. 203), es stamme aus Breitenau; er habe dasselbein alter mönchischer schrifft bei Johannes Theobald, Pfarrer in Guxhagen, dessen Vater Prior in Breitenau gewesen, gesehen und i. J. 1581 wörtlich kopiert.

¹) Zuletzt herausgegeben von Nebelthau in der Zeitschrift f. hess. Geschichte VII, 309 384. Die Nachrichten für das 14. und die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts stammen teils aus Gerstenberg und dem Anonymus bei Senckenberg a. a. O., teils gehen sie auf Inschriften, städtische Urkunden und Rechnungen zurück. Vgl. z. B. die Notizen z. J. 1339(S. 323) mit der bei Kuchenbecker, Analecta Hass. IV, 281 f. abgedruckten Urkunde und z. J. 1346(S. 323 f.) mit der Urkunde bei Kuchenbecker IV, 282; ferner sind die Mitteilungen z. J. 1440(S. 338) über den zu Gunsten der St. Martinskirche erteilten Ablaß u. s. w. offenbar den bei Kachenbecher V. 76 81 veröffentlichten Urkunden(nr. XXX u. XXXI) entnommen. Ganz gering ist die Zahl der sich auf Kasseler chronikalische Aufzeichnungen stützenden Nachrichten. So gehen, wie Friedensbaurg in d. Zeitschr. f. hess. Gosch. N. F. XI, 119 gezeigt hat, die Bemerkungen z. J. 1383 u. 1384(S. 330) und z. J. 1400(S. 334) auf Dietrich Schwarz zurück, ebenso der erste Absatz Zz. J. 1386(S. 331 f.), wogegen die sich hieran an- schließende Anekdote von der Erbeutung der Schnabelschuhe durch die Kasseler Bürger aus Nickel Nußpickers Notizen stammt(vgl.