Aufsatz 
Untersuchungen über den Chronisten Johannes Nuhn von Hersfeld / von Julius Pistor
Entstehung
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segensreichen Wirkungen einer weisen Verwaltung, die sich in zahlreichen Landesordnungen, in Sicherung der Strassen, in Hebung des Verkehrs äußerte; besonders war es Wilhelm der Mittlere, der sich nach dieser Richtung hin hohe Verdienste erwarb ¹).

Kein Wunder, daß auch die geistige Kultur sich hob. Was zunächst den landgräftichen Hof betrifft, so be- richtet der als Dichter und Sänger geschätzte Johann v. Soest, daß er auf die Empfehlung des Landgrafen Hermann, damaligen Verwesers des Erastiftes Köln, in Kassel von Ludwig II. eine Anstellung erhalten habe (1469) 2). Ferner zeichnete sich Wilhelm der Mittlere,

gar von grundt auff, da vor nichts denn stauden und dörner waren neu gebauwen.

¹) Treffend charakterisiert Lauxe a. a. O. S. 295(2. J. 1500) die auf die Landesverwaltung bezügliche Thätigkeit des genannten Fürsten mit folgenden Worten:Es geschahen in diesen gezeiten ... hin und wider in landen allerlei zugriffe, rauberei und plackerei gegen kauffleuthen und anderen und worden die leuthe auff den strossen beraubet, geplundert und erwurget. Dadurch ward land- grave Wilhelm verursacht sein lender und strossen zu freien und zu sichern, das die jederman unbefart brauchen und wandern mochte. Thet hierauff ein gemein außschreiben und schickte das allen seestedten und kauffleuten zu mit vermeldung, das ein jeder seine furstenthumbe und graveschafften noch seiner nodturfft und gelegenheyt mit sicherm durchzog brauchen und durchwandern mochte, und wo einem menschen doruber ein gulde oder pfennig werts schade begegenete, wolte er den duppel und dreifeltig er- legen. Hielt auch uber solcher ordenung so strenge und veste, das bei seiner regierung ein jeder on schaden und fhar wol gelt, wie man zu sagen pfleget, auff einem stecken hette dorffen uber feld tragen und offentlich furen, wandte auch allen fleiß an, das wo solliche strassenreuber antroffen, die noch außweisung der rechte und solcher seiner landordenung nach gestrafft worden.

²) Ueber Johann v. S. vgl. Friedr. Pfaff in d. Allgem. kon- servat. Monatsschrift 46. Jahrg.(1887) S. 147 156 u. 247 255, bes. S. 151 f. Johann äußert sich nicht weiter über die künst- lerischen Neigungen, die damals am Hofe herrschen mochten, er sagt nur, der Landgraf seiden hubschen frewlin nyt gehaß ge-