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zutraute, ihre Erlebnisse in geeigneter Weise nieder- zuschreiben. Es ist sogar möglich, daß Aufzeichnungen der erwähnten Art schon damals vorhanden und dem Chronisten nur nicht bekannt waren. Wenigstens finden sich in Lauzes bereits genanntem Werke z. J. 1429 (S. 263 ff.) ausführliche Mitteilungen über die Begeben- heiten in Aachen, die dieser als Auszüge aus einer Arbeit des Johannes Nuhn, eines Zeitgenossen Gersten- bergs, bezeichnet ¹). Nuhn wird also hier die ausführ- lichen schriftlichen, vielleicht auch mündlichen Mittei- lungen eines Augenzeugen in seiner Darstellung ver- wertet haben. Zudem liegt es auf der Hand, daß der Frankenberger Chronist nicht von allen Aufzeichnungen, die damals hier und da im Lande von wenig hervor- ragenden Personen etwa gemacht wurden, Kenntnis haben konnte; so sind ihm z. B. gewisse Notizen entgangen, die um die Mitte des 15. Jahrhunderts in Niederhessen entstanden ²). In durchaus kunstloser Form, bald in fehlerhafter lateinischer, bald in deutscher Sprache ab- gefaßt, handeln sie bunt durcheinander besonders ein- gehend von allerlei Witterungserscheinungen und deren Einfluß auf die heimische Landwirtschaft, von sonstigen Naturereignissen und wichtigen Vorgängen in Deutsch- land, Frankreich, England, Italien u. s. w., von denen der Verfasser Kunde erhielt; nur ausnahmsweise wird auch einmal auf geschichtliche Begebenheiten Bezug genommen, die Hessen angehen ⁵).
¹) Von dieser Stelle wird weiter unten eingehend gehandelt werden.
²) Abgedruckt bei Mone, Anzeiger für Kunde des deutschen Mittelalters III, Sp. 282 ff.
³) Nicht unerwähnt sollen auch die kleinen Annalen des deutschen Hauses in Marburg bleiben(zuletzt abgedruckt von W VSS im Hess. Urkundenbuch I. Abt. I. Bd. S. 486 f.), die von 1190 bis 1290 reichen. Nach einer kurzen Einleitung über die Stiftung


