Aufsatz 
Untersuchungen über den Chronisten Johannes Nuhn von Hersfeld / von Julius Pistor
Entstehung
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zu Hermann gehabt hätte ¹). Es ist in der That nicht zu verwundern, wenn dieser Landgraf selbst in den stürmischen Zeiten seiner Regierung sich nicht ganz der Einwirkung geistiger Interessen verschloß: hatte er doch in Paris und später in Prag mit Eifer gelehrten Studien obgelegen und die Magisterwürde erworben ²). Auch die Freude an der Dichtkunst scheint ihm eben- sowenig wie seinem Oheim Heinrich II. gefehlt zu haben: jedenfalls gelten die Worte, mit denen Peter Suchenwirt die Freigebigkeit eines hessischen Land- grafen preist, keinem anderen als Hermann, der wohl in Prag die Bekanntschaft des österreichischen Dichters gemacht haben mochte ³); und es ist gewiß nicht zufällig, dass Heinrich im Jahre 1334 eine Abschrift von Wolf- ram v. Eschenbachs Willehalm von Oranse an- fertigen liess). Dies sind freilich auf lange Zeit hin die einzigen Zeugen, die für eine Berücksichtigung geis- tiger Interessen am landgräflichen Hofe sprechen. Die kriegerischen Händel, die Sorge um die Hebung der darniederliegenden Landeskultur, deren sich besonders Heinrich II. angenommen zu haben scheint), die Ord- nung städtischer und kirchlicher Verhältnisse ließen in

¹) Das. S. 86.

²) Rommel, Geschichte v. Hessen II, 168 f.

³) Das. IV. Anm. S. 476. Eingehender, als es in der Ab- sicht des Verfassers liegt, wird von anderer Seite über die Be- ziehungen des hessischen Fürstenhauses zur Litteratur gehandelt werden.

) Sie befindet sich in der Kasseler Landesbibliothek(Mss. Poetae fol. nr. 1) und enthält am Schlusse unter anderm obige

Zeitangabe. ) Vgl. u. a. die Mitteilung Gerstenbergs bei Schmincke, Monim. Hass. II, 462:Der.... lantgrave Hinrich beßerte gar wole sin

lant, want wo er gute wustenunge hatte, da liß er ußrümen und dorffere buwen und hierzu die Bemerkung der Limburger Chron. (Monum. Germ. Deutsche Chroniken IV, 1) S. 265.

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