J.
E ist eine Thatsache, die kaum bestritten werden Lkann, daß die hessische Geschichtschreibung im späteren Mittelalter, soweit bei den mannigfachen Ver- lusten, die sie erlitten, und bei dem empfindlichen Mangel an originaler Ueberlieferung ein Urteil über- haupt möglich ist, hinsichtlich der Mannigfaltigkeit der Darstellungsweise sowohl wie des Inhalts und der Form- vollendung ihrer Erzeugnisse hinter den Leistungen anderer, namentlich oberdeutscher Länder auf dem Ge- biete territorialer und lokaler Historiographie erheblich zurücksteht: die Reimchronik fehlt ganz, auch die Biographie ist so gut wie gar nicht vertreten, und nur die Zeitgeschichte scheint gepflegt worden zu sein; erst gegen das Ende jener Periode machte sich das Be- dürfnis geltend, auch die gesamte Vergangenheit des Landes oder eines einzelnen Gemeinwesens ins Auge zu fassen; was sodann den inhaltlichen und formalen


