Aufsatz 
Die Feldzüge Robert Guiscard's gegen das byzantinische Reich : nach den Quellen dargestellt / Karl Schwartz
Entstehung
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dies wurden am ersten Prüfungstage die Probezeichnungen der Selectaner und die Zeichenhefte der Quar- taner, Quintaner und Sextaner, am zweiten Prüfungstage die kalligraphischen Hefte der Schüler der drei genanntén Classen einer Revision unterworfen.

In den Abendstunden der beiden Prüfungstage wurde in Gegenwart des Lehrercollegiums für die Schüler aller Classen ein Probeturnen auf dem Turnplatze vorgenommen. Das Ergebniss desselben war sowohl für das Gerüst- und Geräthturnen als auch für die erst im verflossenen Schuljahre in grösserer Ausdehnung betriebenen Freiübungen ein recht befriedigendes und legte von dem immer regeren Eifer der Schüler beider Abtheilungen für die gymnastischen Uebungen ein sehr erfreuliches Zeugniss ab.

16. Am 21. September wurde das Sommersemester in gewohnter Weise durch eine öffentliche Schulfeierlichkeit geschlossen. Bei derselben behandelte der Oberprimaner Joseph Budenz in dateinischer Sprache das Thema: Nestoris ingenium quale in Homeri Iliade sit descriptum; deutsche Vorträge hielten der Oberprimaner Franz Trapp und der Unterprimaner Carl Kreuzberg, von welchen jener die Frage: Was gewinnen wir aus den Biographieen grosser Männer für unsere geistige und sittliche Bil- dung?, dieser die Frage: Ist der Vorwurf begründet, dass in Schiller'sWilhelm Tell« die Einheit der Handlung verletzt sei? beantwortete. Gedichte trugen vor: die Obersecundaner Ignaz Budenz und Richard Mauritius, die Oberterlianer Wilhelm Denner, Adam Heres und Alfred Merz, die Ouartaner Franz Knorz und Justus Schneider, die Ouintaner Johann Stock und Otto Weis- mann, die Sextaner Friedrich Hartdegen und Christoph Menz. Ueberdies wurden sowohl yon dem Chore der Männerstimmen als von dem gemischten Chore Gesänge vorgetragen.

Nach der Schlussfeierlichkeit fand, als Privatact der Schule, in den Classenzimmern die Vertheilung der Censuren und die auf die Gesammtleistungen der Schüler gegründete Collocation derselben statt.

17. Durch Allerhöchstes Rescript vom 22. September, mitgetheilt durch Ministerialbeschluss vom 29. Sepiember, wurde der Gymnasialpraktikant Dr. Friedrich Gross zum Hülfslehrer an dem hiesigen Gymnasium, an welchem er bereits seit dem 4. Januar als beauftragter Lehrer gewirkt hatte, mit einem Gehalte von 300 Thlr. provisorisch allergnädigst bestellt und am 11. October im Auftrage Kurfürstlichen Ministeriums von Kurfürstlicher Regierung hieselbst auf die allgemeinen Dienerobliegenheiten sowie auf die Dienstanweisung für die Kurhessischen Gymnassiallehrer verpflichtet.

Der genannte Lehrer hat dem Unterzeichneten über seine früheren Lebensverhältnisse folgende Mit- meilungen gemacht:

Dr. Friedrich Georg Karl Gross, geb. zu Kassel, wo sein nunmehr verstorbener Vater Land- gerichts-Aktuarius war, am 14. Juli 1822, genoss seine erste Schulbildung in einem dortigen Privatin- stitute des Pfarrer Sallmann, dann(vom Jahre 1831 an) in dem Lyceum Fridericianum, an dessen Stelle später das neu errichtete Gymnasium trat. Letzteres entliess ihn zu Ostern 1841 zur Universität Marburg, wo er neben seinem Hauptstudium, der Philologie, auch theologische Collegien hörte. Im Herbst 1842 be- zog er zu seiner weiteren Ausbildung noch die Universität Göttingen und kehrte erst 1844 nach Marburg zurück, absolvirte dann im Anfange des Jahres 1845 die theoretische Prüfung für Bewerber um ein Gym- nasiallehramt und wurde am 24. Ma, nach Einreichung seiner Dissertation(Vindiciarum Homericarum Par- ticula I. Marburgi, 1845) und öffentlich abgehaltener Disputation zum Dr. phil. promovirt. Im Herbst desselben Jahres(6. Oct.) trat er darauf als Praktikant beim Gymnasium zu Kassel ein, leistete hei meh- reren Gelegenheiten besondere Aushilfe und wurde im December 1847, nachdem er im vorausgegangenen Sommer auch sein praktisches Lehrerexamen zu Marburg bestanden hatte, förmlich mit Versehung einer