42
einem anderen zu überlassen oder dafür wenigstens eine andere Stelle in Aussicht zu nehmen, da mir die Programme der Anstalt in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen werden. 8 8 8 Denn ich verlasse jetzt Wiesbaden, um dem Rufe in einen anderen Wirkungskreis zu folgen. So wird das Vorwort der Festschrift zugleich zu einem Schlufsworte meiner hiesigen amtlichen 8 8 Thätigkeit. Es ist mir ein Herzensbedürfnis dieses Schlufswort ausklingen zu lassen in einem Segensworte für das Gymnasium, dem ich nach besten Kräften zu dienen mich bemüht habe. Die zwanzigjährige Arbeit, die ich in einträchtigem Bunde mit wackern Kollegen der Wiesbadener Jugend widmen durfte, wird mir stets in wohlthuender Erinnerung bleiben, da sie mir zwar der Mühen und Sorgen nicht wenige, aber auch der Freuden gar manche gebracht hat. Möge die Anstalt ferner blühen und gedeihen und in immer höherem Grade den 8 Aufgaben gerecht werden, die ihr gestellt sind! Möge sie die Jugend in körperlicher Frische und g, 8 8 g Gesundheit, aber auch in ernster sittlicher wie geistiger Zucht heranbilden und sie zu selb- * 8 8 ständiger, gewissenhafter und energischer Arbeit befähigen, die allein im stande ist dem Menschen 8 8 861I, dauernde Befriedigung zu schaffen! Möge sie in die Seelen ihrer Zöglinge die Liebe zum Idealen pflanzen, damit sie zu Männern heranreifen, welche festhalten an echter Frömmigkeit, an edler, die Überzeugung des Nächsten ehrender Duldsamkeit, festhalten auch an der Liebe ) 8 8
zu König und Vaterland, an der Treue gegen Kaiser und Reich, und die bei solcher Gesinnung in den schweren sozialen Gefahren, die uns drohen, als Stützen der Ordnung, als Kämpfer für Thron und Altar sich bewähren!
Dies sind die Wünsche, die ich der Anstalt zu ihrem Ehrentage und bei meinem Scheiden darbringe.
Mögen sie in reichem Mafse in Erfüllung gehen! Das walte Gott! 8 8 8
WIESBADEN, den 5. August 1894.
Dr. Paehhler.


