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II. Verfügungen der vorgesetzten Behörden.
24. Juni 1908. Die von der Schule erteilten Unbescholtenheitszeugnisse sind binnen 14 Tagen einzusenden, wenn sie nicht die Gültigkeit verlieren sollen.
1. Juli. Zwei Prämienbücher werden überreicht(verliehen an Mirbt und Dahm I).
11. Juli. In der Reifeprüfung können die Schüler sich im Englischen statt im Franzö- sischen prüfen lassen.
13. Juli. Eine Ministerialverfügung rügt das übermässige Anschwellen der Dispen- sationen vom Turnunterricht. Der Direktor hat die Gesuche auf das sorg- fältigste zu prüfen.
28. Oktober. Depeschen von Schülern an den Kaiser werden als gänzlich ungehörig gerügt.
2. Januar 1909. Im Jahre 1911 wird die erste Direktorenkonferenz der Provinz Hessen-
Nassau stattfinden.
15. Januar. Prämien werden überreicht(verliehen an Joseph L., Gesing I, und Fett II).
16. Januar. Oberlehrer Professor Dr. Brackmann wird für das Schuljahr 1909 beurlaubt.
24. Januar. Die Ordnung der Reifeprüfung wird in einigen Punkten abgeändert; die Ausgleichungen nicht genügender durch gute Leistungen werden nicht mehr beschränkenden Bestimmungen unterworfen.
2. Februar. Die durch Todesfall erledigte Oberlehrerstelle wird eingezogen; die Unter- tertien sind künftig zusammenzulegen.
21. Februar. Eine ärztliche Besichtigung der Anstaltsräume wird angeordnet; zugleich be- antragt der Direktor die Einrichtung einer Centralheizung.
6. März. Das Schulgeld beträgt vom 1. April ab 150 für die oberen, 130 M. für die übrigen Klassen. Der Schulgelderlass wird demnächst anderweitig geregelt.
III. Chronik des Gymnasiums.
Das Sommerhalbjahr begann am 28. April 1908 mit der Einführung des wissenschaft- lichen Hülfslehrers Herrn Lieberknecht, der den für das ganze Jahr beurlaubten Herrn Oberlehrer Professor Dr. Brackmann vertrat. Zugleich wurde der anstellungsfähige Kandidat Herr Dr. Buck der Anstalt überwiesen. Herr Oberlehrer Stange kehrte erst am 29. Mai von seiner militärischen UÜbung zurück. Herr Lehrer Fiedler musste während des ersten Vierteljahrs durch die Herren Kandidaten Dr. Buck und Dr. Küster vertreten werden; den Ge- sangsunterricht übernahm mit dankenswerter Bereitwilligkeit Herr Lehrer Corell. Überhaupt musste in diesem Jahre das Lehrerkollegium mehr denn je zu Vertretungen herangezogen werden, sodass der Stundenplan fünf Mal geändert wurde.
Am 1. Mai gedachte der Direktor in der Andacht der 75 jährigen Wiederkehr des Tages, an dem Direktor Christian August Vilmar das aus dem Pädagogium erstandene Gymnasium begründet hatte, und gab der dankbaren und verehrungsvollen Erinnerung an den grossen Schulmann einen herzlichen Ausdruck. Der herkömmliche Frühlingsausflug hatte den Frauenberg zum Ziele. Die Generalversammlung des Philologenvereins der Provinz fand am


