21
Man darf aus den vorhergehenden Ausführungen nicht den Schluss ziehen, dass die Erscheinung des Nachtrags erst in der heutigen Sprache vorkommt. Schon für das Althochdeutsche hat der Verfasser diesen Gebrauch in der Zeitschrift für deutsche Philologie Bd. 33, S. 231 ff. und S. 336 ff. in bedeutendem Umfange nachgewiesen; für das Mittelhochdeutsche und das frühere Neuhochdeutsche hat Behaghel(Wissenschaftliche Beihefte des allgemeinen deutschen Sprachvereins, S. 237 ff.) aus einer Reihe von Schriftstellern dieselbe Erscheinung nachweisen können. Sie wird sich überhaupt stets da vorfinden, wo die Neigung oder das Gesetz besteht, mit einer gewissen Wortklasse den Satz abzuschliessen. Wir haben oben den Nachtrag aus den wesentlichen Eigenschaften der Sprache erklärt, und was dem Wesen der Sprache entspricht, wird in irgend einer Form bei gleichen Voraussetzungen auch in allen Sprachen zu finden sein.


