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wurde die„allmähliche“ Auflösung des Lyceums ins Auge gefaßt,„das mit dem Iustitut der Spezialschule stehen und fallen mußte“. Das Gymnasium sollte vom Wintersemester 1814 ab wieder eine unmittelbare Vorschule der dentschen Universität werden, aber in seiner Organisation durch Einrichtung einer „Selektenklasse“, welche die Erbschaft des Lyceums anzutreten hatte, den Verhältnissen der bergangszeit angepaßt werden. Schlosser wollte dadurch die Vorzüge der Dalbergischen Unter- richtsverfassung mit denen der alten Gymnasialordnung in Ein-— klang bringen.
Das Lyceum fristete sein prekär gewordenes Dasein noch im Sommerhalbjahr 1814. Die Schaffensfreudigkeit der Professoren war gelähmt; die ihnen seit dem 6. November 1813 schuldig gebliebene Besoldung war noch immer nicht ausgezahlt.¹) Durch Senatsbeschluß vom 27. September 1814 wurde das Lyceum am Ende des Sommersemesters 1814 aufgehoben. Es war unter Dalberg entstanden, mit seinem Sturz dem Untergang geweiht. nach einjährigem Todeskampf verblichen.
Die auf einen einjährigen Lehrgang berechnete, zur„näheren Vorbereitung auf das Universitätsstudium bestimmte Selecta“ des Gymnasiums, die nach dem Vorschlag der Lehrerkonferenz, „das Mittel halten sollte zwischen Lyceum und Gymnasium“ trat mit dem Frühjahr 1815 ins Leben,²) hatte indessen nur kurze Lebensdauer.
Von den jungen Frankfurtern, die das Carolinum im ersten Jahre seines Bestehens besucht hatten, sind zwei zu besonderem Ansehen gelangt, der Historiker Johann Friedrich Böhmer, ³) der Schöpfer des„Urkundenbuches der Reichsstadt Frankfurt“, der„Vater der deutschen Reichsregesten“ und
¹) Der Senat der freien Stadt Frankfurt übernahm später die von dem „Großherzogtum Frankfurt“ eingegangenen Vérpflichtungen.
²) Näheres bei Matthiac, Herbstprogramm des Frankfurter Gymnasiums 1814.— Von den„philosophischen“ Disziplinen des Lyceums waren bei- behalten„Reine allgemeine Logik“ und„Asthetik“.
³) J. Janssen, Johann Friedrich Böhmers(1795— 1863) Leben, Briefe und kleinere Schriften. 3 Bde. Freiburg i. B. 1863— 1868.— L. Oelsner, Aufsatz im Feuilleton der Frankfurter Zeitung(1895, Nr. 112, 23. April) zur hundertsten Wiederkehr des Geburtstages Böhmers(22. 4. 1795).


