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Zuneigung schenken; Er selbst und Seine rechtschaffen gesinnte Commissarien meynen es redlich mit Frankfurts Wohl.“
Dieses feierliche Versprechen suchte der neue von Josefi- nischem Reformeifer beseelte Landesvater, ein Sohn des dem Weltbürgertum ergebenen Zeitalters der Aufklärung, ein ehrlich überzeugter Philanthrop und urteilsfähiger Mäzen während der kurzen dem Primatialstaat wie der Großherzoglichen Re- gierung gegönnten Lebensdauer einzulösen. Seine Frankfurter Landeskinder verdanken seinem Gerechtigkeitssinn und seiner Duldsamkeit die rechtliche Gleichstellung aller Konfessionen; sein Machtspruch beseitigte die von dem freien Reichs- bürgersinn unbegreiflich lange als natürlich empfundene Zurück- setzung der Reformierten¹), machte der Drangsalierung der Juden ²) ein Ende, eröffnete Reformierten und Katholiken die im oligarchisch regierten Stadtstaat nur den Lutheranern zugängliche Amterlaufbahn. Seiner bereits in der Erfurter und Regensburger Amtszeit bekundeten Bildungsfreundlichkeit, seiner tätigen Für- sorge für Volkserziehung und Volksveredlung hat Frankfurt die Hebung seines niederen und mittleren Schulwesens 3) als Verdienst anzurechnen, seinem Pestalozziherzen die Verbes- serung der Waisenpflege und des Armenwesens zu danken.
Auf Dalbergs besondere Vorliebe ⁴) für Kunst und Wissen-
¹) F. C. Ebrard, Die französisch-reformierte Gemeinde in Frankfurt a. M. 1554— 1904. Frankfurt a. M. 1906.
²) H. Baerwald, Geschichte der Realschule der israelitischen Gemeinde (Philanthropin), S. 16 ff., Frankfurt a. M. 1904.
») Sarowy, Vorbereitung und Begründung des städtischen Volksschul- wesens in Frankfurt a. M., Progr. d. Adlerflychtschule, Ostern 1907.— R. Froning, Geschichte der Musterschule, in der„Festschrift zur Hundert- jahrfeier der Musterschule“ Frankfurt a. M. 1903.— H. Baerwald, a. a. O.
⁴) In der Einleitung zu seinen„Asthetischen Bemerkungen über Vater- landsliebe“ sagte er als Statthalter zu Erfurt:„Jeder Mensch hat seine Lieb- haberey, die ihn in Nebenstunden erfreut und ermuntert, und er kehrt dann um so thätiger zur Erfüllung seiner Pflichten zurück. Nun freue ich mich doppelt, wenn ich finde, daß meine Liebhaberey an Künsten und Wissen- schaften eine unvermutete Beziehung auf die Gegenstände meines Berufs hat,“ C. v. Dalberg,„Grundsätze der Ksthetik,“ Erfurt 1791, S. 73.— Eben- daselbst S. 157„von meiner ersten Jugend an hatte ich die Gemälde leiden- schaftlich geliebt; hatte die Kunstschätze Roms unter Winkelmanns Anleitung gesehen.“(Exemplar der Dalbergischen Asthetik in der Bibliothek des Fr. D. Hochstifts zu Frankfurt a. M.)


