Aufsatz 
Das Melde'sche Capillarbarometer / von Karl Fischer
Entstehung
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Das Melde'sche(apillarbarometer.

8 1.

In den Wiedemannschen Annalen der Physik und Chemie N. F. B. XXXII hat Pro- fessor Dr. Melde hinsichtlich der Anwendung enger Glasröhren mitgeteilt, dass dieselben sich eignen, den Luftdruck zu messen. Diese Methode gründet sich auf die Thatsache, dass eine Quecksilbersäule in einer Glasröhre, wenn deren lichter Durchmesser weniger als 2 mm beträgt, und diese Quecksilbersäule ein Gasquantum in der an einem Ende verschlossenen Röhre absperrt, nicht herausfällt, sobald man das offene Ende der Röhre nach unten kehrt. Es ergeben sich hierbei zwei Lagen. In Lage I Fig. 1 ist das geschlossene Ende, in Lage II Fig. 2 das offene Ende nach unten gekehrt.

In Lage I befindet sich das abgesperrte Gasquantum vn, welches zwischen à und b liegt, unter dem Drucke B h., wenn B der betreffende Barometerstand und hi die Länge der Queck- silbersäule be bedeutet. Bringt man nun die Röhre in Lage II, so geht das Volumen v des ab- gesperrten Gasquantums über in p. Die Länge der Quecksilbersäule würde, wenn die Röhre überall gleiches Kaliber hätte, dieselbe bleiben. Da dies aber nicht der Fall ist, so geht 2i über in h. Das abgesperrte Luftquantum steht daher nun unter dem Drucke B h.

Nach dem Mariotte'schen Gesetze ist:

1)............. 5, 1 (). 91 5 7 Hieraus findet man:

oh+ vrhn

v Wäre h= hn, so würde diese Formel für B folgende einfache Form annehmen: (v+ 51) 1

9 b

(3)........... 5

.. t, e h Da jedoch h und II verschieden sind, so ist es von Vorteil, die mittlere Länge 5 1

einzuführen. Dadurch geht die Formel(3) über in:

v+ v h h , 5 9 51 9

(7).......... 5