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durch die Vertretung der Gemeinde auf der Synode zu Frankfurt zeigt. Auch für Offenbach wird die Angelegenheit geregelt durch die Privilegien des Grafen vom 18. Mai 1705, die in 24 Artikeln im wesentlichen die Hessen- Darm- städter Privilegien wiedergeben, d. h. die Beding- Gungen, die Holland bei der Gründung der Kolonien durch seinen Gesandten Valkenier stellte. So ist gerade Valkenier der Mann, durch den die Kolonie Isenburg gefördert und die fast oder ganz erloschene Siedelung Offenbach von neuem ins Leben gerufen wurde. Und wenn einst Isenburg, das jetzt vornehmlich durch die Nähe der Stadt Frankfurt rasch empor- porblüht, sein 300 jähriges Bestcehen feiern wird, muss man des holländischen Gesandten P. Valkenier in Ehren gedenken, und ihn nicht schmähen und verhöhnen, wie dies leider auch in dem Festspiele zu Isenburg im Jahre 1899 geschehen ist. Mit Genugthuung erfüllt es mich noch heute, dass ich an beiden Orten, obwohl ich als Gast erschienen war, Valkeniers erwähnen durfte als eines Mannes, ohne dessen thatkräftiges Handeln und unermüdlichen Eifer die Waldenser-Ansiedelungen in Deutschland derart wohl kaum zu stande gebracht worden wuren.
Am 21. Juni 1699 berichtet Valkenier von Merfelden aus dem Praesidenten von Gemmingen:
„On a fait ce matin la repartition des Communautés vau- doises; l'on a assigné à celle du Pragela le quartier de Raunen, à celle de Roure ceux de Merfelden et d'Arheilghem, y jointe provisionellement celle du Mean. Celle du Pragela est composée d'environ 397 pers., celle du Roure d'environ 750 et celle du Mean d'environ 100. Elles sont actuellement sur les lieux, et l'on en attend encore de 100 à 200 autres qui sont parties de la Suisse suivant les derniers avis. Je vous prie, Monsieur, de donner au plus- tost vos ordres à Monsieur le Baillif de Risselsheim, à celui de Kelsterbach et à Monsieur le Schulthus d'Arheilghem afin qu'ils se donnent la pène de mettre ce pauvre peuple en possession des terres qui leur sont assignés et de l'assister dans les autres choses qui dépendront d'eux et qui regarde- ront les establissements.“


