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besonders die Berichte an die holländischen General-Staaten zum Gegenstand seiner Untersuchungen machen muss. Und wir hoffen, dass bis zum 15. Juli 1912, wo 200 Jahre seit dem Tode dieses Mannes verstrichen sein werden, ein Lebens- bild Valkeniers geschrieben sein wird, worin Ansichten über seine Thätigkeit und seinen Charakter keinen Raum mehr finden, wie sie in den früher schon erwähnten Festschriften für Isenburg und Offenbach ausgesprochen worden sind.
Dem hochverdienten holländischen Gesandten Valkenier werden in den beiden Schriften persönliche Beweg- gründe für sein Vorgehen beigemessen, die allerdings sein Charakterbild verdunkeln müssten, wenn sie gerechtfertigt wären. Doch beide Schriften tragen die Wi derlegung der Ver- dächtigungen in sich selbst; folgende Stellen, die sich noch vermehren lassen, erbringen den Beweis dafür:
Lehn:„Herr von Valkenier jedoch wollte der Offen- bacher Colonie nicht wohl. Er stand auf seiten der Waldenser und hätte es deshalb gerne geschen, wenn der Graf von Ysen- burg anstatt den Refugiés den Gewerbetreibenden unter den Waldensern gestattet hätte, sich in dem für jede Art von Handel so günstig gelegenen Offenbach niederzulassen. Da er dies aber nicht auf direktem Wege crreichen konnte, suchte er es auf indirektem Wege zu erreichen. Er liess zu diesem Zwecke zundchst das Gerücht aussprengen, dass nur die in Hessen und Brandenburg sich niederlassenden Refugiés Hoff- nung hätten, etwas von der in Holland und England gesammelten grossen Collekte zu erhalten und erreichte dadurch nicht nur, dass viele aus der Schweiz kommende Familien, die schon auf dem Wege nach Offenbach waren, sich nicht dorthin wandten und dafür nach Hessen und Brandenburg zogen, sondern auch, dass eine grosse Zahl derer, die sich bereits zu Offenbach niedergelassen hatten, dieses alsbald wieder verliessen, ohne auch nur im geringsten die Bestätigung des Gerüchtes abzu- warten.—
Unter solchen Umständen war es nur zu natürlich, dass auch die vorerwähnten Abgesandten des Consistoriums nichts bei Sr. Excellenz dem Herrn von Valkenier ausrichteten. Sie


