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Am 31. März 1690 richtet der thätige Waldenserführer Pastre an Jean Borel und Philippe Griot, refugiés Vaudois à Schaumburg, ein Schreiben, das diesen melden soll, dass in sieben bis acht Tagen in Frankfurt ein holländischer Gesandter erwartet werde, um die streitbare Mannschaft auszurüsten, die im Begriffe war, nach den Thälern zurückzukehren, um mit den Waffen in der Hand ihren Brüdern Hilfe zu bringen. Zu diesem Zwecke sollen die beiden Listen aufstellen, die eines- teils die Frauen, Kinder und Greise, andernteils die waffen- fühigen Mannschaften verzeichnen. Es soll dabei unterschieden werden, wer mit in den Kampf ziehen will, wer nieht; unter den letzteren wieder sollen sie entscheiden, wer nicht fähig ist zu marschieren oder wer aus Mangel an Mut nicht mitzieht. Dabei wird noch bemerkt, dass die von Cassel und Umgegend denselben Plan hätten und sich gleichfalls zum Zuge rüsteten. Von Schaumburg aus ergeht die zustimmende Nachricht, wo- rüber Papon, Pastre's Schwager, seine hohe Zufriedenheit aus- spricht. Ferner erwähnt er in dem Schreiben, das er durch einen geheimen Boten nach Schaumburg schickt, dass man ihnen(von Holland und England aus) einem jeden 30 sols für 4 Tage, Schuhe und Hüte verabreichen würde, während die übrige Kleidung am Versammlungsorte ergänzt werden sollte.
Warum die in Hessen-Darmstadt von dem Landgrafen bewilligte Ansiedelung der Waldenser, die von Papon zuerst nach Hanau geführt worden waren, nach kurzer Zeit wieder aufgelöst wurde, habe ich an anderer Stelle besprochen.*)
Der ruhmreiche Rückzug der Waldenser unter Arnaud's Führung in die Thäler der Vorfahren hatte den in der Ferne weilenden Glaubensbrüdern die Heimat wieder geöffnet. Der Geistliche Moutoux, der von Chur aus, wo er seine Ge- meinde und Familie zurückliess, um sich dem kühnen Zuge der 900 Glaubenshelden anzuschliessen, war mit einem Teile der Waldenser-Gemeinde Pragela den unsagbaren Gefahren des Kampfes um den heimatlichen Boden ausgesetzt, wie diese ihrem Pfarrer später bezeugen, indem sie sich als„temoins oculaires“ der Mühen und Gefahren des Predigers Moutoux bezeichnen. Viele Waldenser, die in der Schweiz und in
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