Aufsatz 
Die Waldenser-Gemeinde Pragela auf ihrer Wanderung ins Hessenland : aktenmässige Untersuchungen / von Daniel Bonin
Entstehung
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aufgekauft, als man bekommen kann, auch etliche Hundert IHlaarschube. Die Alten und Kranken werden von den Land- leuten durch Fuhren befördert. 5. Zum Besten der Leute und der Bewohner werden verschiedene Routen gewählt, aber mög- lichst zu Wasser.*)

Wie gross das Elend der in den Festungen Eingeschlossenen war, lehrt uns das Schicksal derer, die man in Vercelli und Trino gefangen hielt. Ihre Zahl betrug 1400 1500; bei der Befreiung waren noch 98 am Leben, und von diesen gelangten nur 68 am 14. Januar 1687 nach Genf. Von etwa 20,000 piemontesischen und französischen Waldensern, die im Jahr vorher Heimat und Glauben gegen eine furchtbare Uebermacht zu verteidigen gesucht hatten, kamen 3324 Waldenser in den protestantischen Kantonen der Schweiz an, wovon Zürich 682, Bern 966, Basel 315, Schaffhausen 218, St. Gallen 143 auf- nahm. Die Familien der noch gefangen gehaltenen 9 Geist- lichen wurden in Bern und Zürich herzlich aufgenommen. Doch Arnaud, der kühne Waldenserprediger und Führer im Streite, war der Gefangenschaft glücklich entronnen. Auf ihn hofften die in der Schweiz untergebrachten Waldenser sowohl wie die wenigen, die mit Verleugnung ihres Glaubens den Fortbestand in den Waldenser-Thälern erkauft hatten. Zwar waren die Kantone vom Herzog Amadeus verpflichtet worden, die Wal denser in fernen Ländern anzusiedeln, denn so lange sie den piemontesischen Grenzen so nahe, fürchtete er mit gutem Grunde ihre ungestüme Tapferkeit, ihren starken Glauben an ihre ge- rechte Sache, Ueber 2000 Kinder, die man mit Gewalt, List und auf andere Art dem Glauben ihrer Eltern entziehen wollte, waren nicht freigegeben worden; sie konnten nur gerettet werden durch die Schärfe des Schwertes, das man gegen die Verfolger zückte. Doch durfte eine bewaffnete Rückkehr nicht unvorbereitet begonnen werden. Inzwischen waren auf Be- treiben der evangelischen Kantone in verschiedenen Ländern evangelischen Bekenntnisses Waldenser aufgenommen worden.

Daniel Martin, ein edler Waldenserprediger, hatte schon 1687 eine Waldenser-Gemeinde nach dem Schaumburgischen Gebiete geführt.(Testimoniale pro eclesia de Cluzonia

*) Mörikofer: Evang. Flüchtlinge in der Schweiz. S. 260. ff.

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