Aufsatz 
Die Waldenser-Gemeinde Pragela auf ihrer Wanderung ins Hessenland : aktenmässige Untersuchungen / von Daniel Bonin
Entstehung
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mein übliche Weise untergebracht. Von einem Viehstand ist nur in einem Falle die Rede, und zwar derart, dass ein ge- wisser Daniel Papon dem durch seine Wohlhabenheit vor anderen sich auszeichnenden Moyse Flot aus dem Village de Souchières für den Ankauf von Kühen und Schafen die Summe von 112 liv. 10 d. schuldet. Ob der Bestand an Haustieren durch den Krieg völlig vernichtet oder in Eile noch veräussert worden ist, geht aus den Urkunden nicht hervor; in manchen Fällen mag, wie in dem oben angegebenen Falle, das Vieh von den zurückbleibenden Waldensern übernommen worden sein.

Bei der allgemeinen Auswanderung waren nicht alle Waldenser stark genug, ihrem Glauben die Heimat aufzuopfern. Die Liebe zur Heimat ist allgewaltig, besonders stark bei einem Bergvolk, das die weite Welt nicht kennen gelernt hatte, weil hochragende Bergkuppen sein enges Thal, seine Heimat, seine Welt abschlossen von den weiten Gefilden, die von gewaltigen Strömen durchzogen werden, deren Quellgebiete allerdings eben diese Berge sind.

Von dem Boden der Vater schieden die meisten Bewohner des Thales. Doch in der grössten Not gaben sie die Hoffnung nicht auf, dass der treue Gott, der ihnen so oft schon beige- standen, einst eine Rückkehr in die heissgeliebte Heimat ihnen schenken würde.

Aus diesem Grunde erklärt sich auch die Thatsache, dass bei dem Auszuge oft ein Glied der betreffenden Familie zurück- blieb, dem die Bewirtschaftung des Besitztums überlassen war, und zwar gegen die Entrichtung der Staatssteuer(taille), die damals von jedem erhoben wurde, der nicht dem Adel oder der Geistlichkeit angehörte. Diese Steuer, die von dem Be- treffenden in vollem Betrage eingefordert wurde, überstieg die Einkünfte des Vermögens sehr beträchtlich. In vielen Fällen kann ein Ertrag gar nicht verzeichnet werden; in anderen wird besonders hervorgehoben, dass von dem im Gebirge liegenden Gelände der weiten Entfernung wegen keine Einkünfte ange- setzt werden könnten; die Staatssteuer für das Jahr 1688 wird dagegen immer vermerkt. Das amtliche Verzeichnis giebt nur den Besitz der Ausgewanderten an, sodass der Gesamt-Bestand für die 19 zur Gemeinde Pragela gehörenden Orte nicht festge-