II. Chronik des Gymnasiums.
Gerade wie im Anfang des früheren Schuljahres ging der Eröſfnung auch des letzten der Tod eines Schülers kurz vorher. Den 12. April 1863 starb nämlich an der Lungen- schwindsucht nach längerem Leiden Karl Theodor Becker, Sohn des Herrn Steuer- erhebers dahier, ein sehr braver Schüler, in einem Alter von 18 ¼ Jahren, nachdem er eben in die Secunda des Gymnasiums versetzt worden war. Die Lehrer des Gymna- siums und die Schüler, soweit sie einheimisch oder eben aus den Ferien zurückgekom- men waren, geleiteten die Leiche zum Grabe, bei welchem der Director und der Ilerr Pfarrer Langheld Reden hielten.
Die Eröffnung des neuen Schuljahrs erfolgte dann am 15. April mit einer Ansprache an die Schüler durch den Director, Vorlesung der Gesetze, Verpflichtung der neuen Schüler und Gebet.
Kurz vorher war durch ein Rescript Kurfürstlichen Ministeriums vom 23. März 1863 der Verwaltungs- Commission die Mittheilung gemacht worden, dass Dr. Budérus durch ein Allerhöchstes Rescript vom II. desselben Monats zum Hälfslehrer er-
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nannt worden sei. Mit dem Anfang des Schuljahres trat eine fär den Erfolg des Unterrichts wich-
tige neue Einrichtung ins Leben. Es wurde nämlich die dritte Classe wegen der übergrossen Zahl der Schüler in zwei Abtheilungen geschieden, welche von einander völlig getrennten Unterricht erhielten. Die Ausführung dieser schon früher beabsich- tigten Trennung der Classe Tertia wurde nur dadurch möglich, dass die Lehrer bereit- willig eine grössere Zahl von Lehrstunden übernahmen. Doch gewährte zugleich das einige Erleichterung, dass wegen der geringen Frequenz der zwei unteren Classen diese in dem Deutschen, in der Geschichte, in der Naturgeschichte und in der Religionslehre vereinigt wurden und nur in dem Lateinischen und in dem Rechnen getrennten Unter- richt erhielten
Von dem 22. Mai Nachmittags bis zum 27. desselben Monats wurden wegen des Pfingstfestes die Lehrstunden ausgesetzt.


