Aufsatz 
Zur Erinnerung an Friedrich Ludwig Karl Weigand / von Otto Bindewald
Entstehung
Einzelbild herunterladen

111

Abſchiedslied für die Seminariſten von einem Zögling des Seminars. Friedberg 1824. Druck von P. L. Feudtner.

1. Brüder! in der Trennung Stunde Scheidet nicht mit bitterm Schmerz, Denn jetzt glüht in unſrer Runde Heißer jedes Bruders Herz; Wie der Maiglanz die Gefilde Sanft im Blüthenſchimmer küßt, Morgenroth mit Himmelsmilde Thau ſich über Fluren gießt.

Chor. Wie die Erd' in Frühlings Wehen, So iſt unſer Geiſt erwacht; Aus der Dämmrung, aus der Nacht, Wozt's, ein Licht von fernen Höhen.

2. Jenen Tagen, jenen Stunden, Wichtiger als Gut und Gold, Wo wir Licht und Heil gefunden, Sei ein ew'ger Dank gezollt! Tage, ſchön wie Roſenauen, Die uns biethen Würz und Duft, Wenn der Lichtſtrahl aus den blauen Höhen neues Leben ruft.

Chor.

Linder Hauch von lichten Höhen Goß uns Blüthen auf die Bahn, Säuſelte das Grün heran,

Fachte Gluth in Zephyrwehen.

3. Unſern wackern Lehrern allen, Die ſo treu ob uns gewacht, Soll ein lautres Lob erſchallen, Sei ein ew'ger Dank gebracht! Von den Theuren jetzt zu ſcheiden Gießt in Wonne tiefen Schmerz; Doch wir ziehen hin mit Freuden, Durch ſie glüht ja unſer Herz.

Chor.

Gläſerklang laßt wiederhallen, Jauchzend ſchlürfet edlen Wein, Miſchet frohen Sang mit ein,

Laßt ein drei Mahl hoch erſchallen!

4. Die die Anſtalt ihr gegründet, Euch ſei unſer Dank gebracht, Denn durch eure Wohlthat ſchwindet Unterm Volk des Irrthums Macht; Uns iſt auch durch euch geworden In dem Geiſte helles Licht, Daß an vielen, vielen Orten Dämmerung und Nebel bricht.

Chor. Drum laßt Gläſerklang erſchallen, Strahlen ſprüh'n den goldnen Wein, Frohe Sänge ſchallen drein, Drei Mahl hoch den Biedern allen!

5. Heil dem Fürſt von unſerm Staate, Schützend Kunſt und Wiſſenſchaft, Von der Lahn zum Rheingeſtade, Wo erglüht der Rebe Saft; Heil ihm! der mit Vatermilde Sorgt für ſeines Landes Glück, Dem das Volk, das dankerfüllte Jauchzt mit kindlich frohem Blick.

Chor.. Lebe uns noch lang in Freuden, Fürſt! wir rufen laut es aus, Und dein hocherhabnes Haus Blüh uns in die fernſten Zeiten!

6. Anſtalt, du ſollſt lang noch blühen, Ruhm deck' dich im Altergrau,