Aufsatz 
Observationes in D. J. Juvenalis satiram I. : cum versione metrica / von Matthias
Entstehung
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II

Als von Güssen das Meer anschwoll, und Sprüche begehrte

Und allmählich von Geist warm wurden die lockeren Felsen,

Was, seit nackend gezeigt einst Mägdlein Pyrrha den Männlein:

Was seitdem nur die Welt aufregt, Wunsch, Furcht und Behagen, Zorn und Streben und Lust, zeigt bunt im Gemische mein Büchlein. Und wann schaute die Laster man wohl auch wuchernder? Wann war Weiter der Habsucht Schooss und offener? Wann war des Spieles Wuth doch so toll? Nicht mehr mit Beuteln ja geht zu des Tisches Wechselgeschick man jetzt, man spielt aufpflanzend den Geldsack. Was für Kämpfe kann dort man sehn, wenn den Träger der Waffen Macht der Cassier! Kann's Wuth blos sein, wenn Hundertmaltausend Einer verspielt und zerlumpt gehn lässt den schlotternden Sclaven? Wer aus der Ahnzeit thürmte so viel Landhäuser, und wer doch Schmausete sieben der Gäng' allein? Jetzt wartet nur winzig, Togamännern zum Raub, auf vorderster Schwelle die Sportel. Gleichwohl schauet der Sclav dir ins Antlitz erst und befürchtet, Dass als Falscher du kommst und heischest auf anderen Namen. Nehmen nur darſst du erkannt. Aufrufen ja lässt er vom Herold Selbst das Troergeschlecht: denn auch das umlagert die Schwelle Gleichwie wir.»Gib erst dem Prätor und dann dem Tribun dort. »Doch der entlassene Sclav geht vor.«»olch,z sagt er,»ebin eh'r da; »»Warum soll ich mich scheun und den Platz anstehn zu behaupten, Bin ich vom Euphrat gleich, was weibische Fenster am Ohr hier, Sagt' ich auch Nein, darthun. Doch sieh, Vierhundertmaltausend Schlag' ich aus fünf Spielbanken heraus. Was machet des Purpurs Breiteren Saum noch erwünscht, wenn doch Schaafzucht auf Laurentums »»Flur als Pächter betreibt Corvin? Ich habe ja mehr doch

»Als die Liciner im Sack.«« So wartet, ihr Herren Tribunen! Reichthum gehe voran, und nicht weich' heiliger Würde,

Wer an den Füssen beweisst erst jüngst hierher in die Stadt kam! Denn am heiligsten ist bei uns jetzt doch ja des Reichthums

Hoheit, obgleich in Tempeln du noch nicht wohnest, o Unheil Bringendes Geld, und den Groschen wir noch nicht bauten Altäre, Wie man den Frieden verehrt, den Sieg, die Treu' uud die Tugend

Und die hei dem Besuch des Nest's heflklappernde Eintracht.

Doch wenn am Schlusse des Jahrs hochstehende Würde berechnet,

Was eintrage die Sportel, um was sie mehre die Rente,

Was soll dann das Gefolg, dem Schuh' und Kleider und Feurung Dorther kommet und Brot? Ein Gedräng von Sänften erbittet

Hundert Heller sich dort, und unwohl oder auch schwanger

Folgt dem Gemahl die Gattin und macht mit diesem die Runde.

Der kommt, für die Entfernte, den Kniff schon kennend, zu bitten,

Und zeigt statt der Gemahlin den Tragstuhl, leer und verschlossen. Galla, mein Weib, ist's,« spricht er.»Enilass mich eher. Du zögerst? »Lass doch, Galla, den Kopf'mal sehn!«»Ich bitte: sie schlummert.- Schön theilt für die Geschäfte der Tag sich selber in Ordnung:

Sportel, dann Markt und Besuch des rechtsgelahrten Apollo

Und der Triumphbildsäulen, darunter gewagt ein Aegypter

Und Arabarch ich weiss nicht wer zu stehen mit Inschrift,