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anſtaltet. In der Feſtrede zeigte der Berichter⸗ ſtatter, wie Gottes Hand ſichtlich über den greiſen Helden gewaltet und wieviel Deutſchland ſeinem Ver⸗ dienſte zu danken habe.
Anlaß zu einer erhebenden Feier war auch der 23. September 1891, der Gedenktag des 100. Ge⸗ burtstages Theodor Körners.
Noch einer Feier gedenken wir, wie ſie in dem mehr als fünfzigjährigen Beſtehen der Schule nur einmal vorgekommen iſt: es iſt das fünfzigjährige Dienſtjubiläum des ordentlichen Lehrers Herrn Leimbach, das am 26. September 1890 unter großer Beteiligung der Kirchen⸗, Schul⸗ und ſtädtiſchen Be⸗ hörden, ſowie der Bürger feſtlich begangen wurde.—
Die genannten Feierlichkeiten pflegten eine größere Anzahl von Gäſten in der Anſtalt zu verſammeln; in kleinerem Kreiſe wurden außerdem Schul⸗Anfang und ⸗ſchluß, Entlaſſung der Abiturienten und derjenigen Unter⸗Sekundaner begangen, die mit der Erlangung des Befähigungs⸗Zeugniſſes zum Einjährig⸗Freiwilligen Militärdienſt die Anſtalt verließen.
Dieſe Tage gaben dem Berichterſtatter willkommene Gelegenheit, ſich mit Ermahnungen und Warnungen an die Schüler zu richten bezüglich ihres Verhaltens in und außer der Schule; insbeſondere wurde in den letzten Jahren auf die verderblichen Folgen der Schülerver⸗ bindungen hingewieſen, und die neueintretenden Schüler leiſteten bei der Verpflichtung auf die vorgeleſene Schul⸗ ordnung zugleich das Verſprechen, unter keinen Umſtänden an einer Schülerverbindung teilzunehmen. Bei den Entlaſſungen erörterte der Berichterſtatter manche für Eltern und Schüler wichtige Fragen des Schullebens und der Schulreform auf Grund ſeiner langjährigen Erfahrungen und legte auch die wichtigeren Ereigniſſe in der Entwickelung der Anſtalt dar. So wurde Oſtern 1877 des 10jährigen Beſtehens der Anſtalt als höhere Bürgerſchule gedacht in Verbindung mit der 30jährigen ununterbrochenen Wirkſamkeit des Berichterſtatters an der Schule. Oſtern 1878 und 1879 ſchilderte er die in dieſer langen Zeit in der Entwickelung der Anſtalt hervorgetretenen fördernden und hemmenden Einflüſſe. Oſtern 1889 gab er eine kurze Geſchichte der Schule ſeit ihrer Eröffnung zu Michaelis 1838.
Verzeichnis der den alljährlich erſchienenen Programmen beigegebenen Abhandlungen.
Mit der Reorganiſation der früheren Realſchule in eine„höhere Bürgerſchule“ im Sinne der Unterrichts⸗ und Prüfungs⸗Ordnung vom 6. Oktober 1859 wurde ſeit dem Jahre 1868 vorſchriftsmäßig zu Oſtern jeden Jahres ein Programm von dem Vorſtande der höheren Lehranſtalt— dem Berichterſtatter— ausgegeben, in welchem in der Regel die im letzten Schuljahr durch⸗ genommenen Penſa in Kürze und die weitere Kreiſe des Publikums intereſſierenden Verfügungen der vorgeſetzten Behörden mitgeteilt wurden. Ferner wurde auch über die wichtigeren Ereigniſſe in der Geſchichte und Ent⸗ wickelung der Anſtalt, uber Veränderungen im Kura⸗ torium, im Lehrerperſonal, über ſtatiſtiſche Verhältniſſe, über die Abiturienten und über eine Vermehrung der Lehrmittel und Bibliothek berichtet. Hieran ſchließen ſich dann noch insbeſondere Mitteilungen an die Eltern der Schüler und ein klaſſenweiſes Verzeichnis der Schüler des letzten Schuljahres.
Durch dieſe nach außen an die Eltern der Schüler und an andere Intereſſenten von der Anſtalt gegebene Kunde ſind dieſe Programme wohl geeignete Mittel, um eine Verbindung zwiſchen Schule und Haus zu unterhalten und zu fördern. Auch wurde der von den meiſten höheren Lehranſtalten eingehaltene Gebrauch, dem Programm eine Abhandlung eines Mitgliedes des Lehrerkollegiums beizufügen, ſo weit thunlich, befolgt. So wurden dem Programm von 1868—1892 folgende Abhandlungen beigegeben:
Oſtern 1868: Bericht des interimiſtiſchen Vorſtandes Dr.
empfing über deſſen amtlichen Beſuch der Pariſer Kem e⸗ Ausſtellung i. J. 1867.
Oſtern 1869: Über die Brechung des Lichts in einem Syſtem von Flächen zweiter Ordnung; von Reallehrer Kramm.
Oſtern 1870: Die Korrektur ſämtlicher Hefte durch den Lehrer iſt nutzlos; von Reallehrer Dute.
Oſtern 1871: De l'influence opérée par Malherbe sur la- Poci et la langue française; von Reallehrer Dr. Neuendorff.
Oſtern 1872: Über die Formen der Medialfunktion bei dem ppliſchen Verbum; von Gymnaſiallehramts⸗Kandidat C. Chr. Wagner.
Oſtern 1873: Darſtellung der erſten Abiturienten⸗Prüfung; von Rektor Dr. Hempfing.
Oſtern 1874: Die Entwickelung der deutſchen Orthographie bis zur Gegenwart mit Rückſicht auf das von der Schule zu befolgende Prinzip; von Reallehrer Leimbach.
Oſtern 1875: Le Siége de Barbastre par Adenet le roi; von Reallehrer Dr. Keller..
Oſtern 1877: Lafontaiue comme fabuliste; von Reallehrer C. H. Wachsmuth.
Oſtern 1878: Die wichtigſten Thatſachen der Kirchengeſchichte. I. Teil; von Religionslehrer Pfarrer Wolff.
Oſtern 1879: Die wichtigſten Thatſachen der Kirchengeſchichte. II. Teil; von Religionslehrer Pfarrer Wolff.
Oſtern 1881: Lehrplan und Methode für den Zeichenunterricht, erſte und zweite Stufe; dargeſtellt von Fr. Schürmann, Univerſitäts⸗ und Realſchul⸗ Zeichenlehrer.
Oſtern 1883: Kurze Nachricht über die eſchichtlichen und rechtlichen Verhältniſſe der endrgelfſcherchontorten Stadt⸗ und Univerſitäts⸗Kirche zu Marburg; von Religions⸗ lehrer Pfarrer Wolff.
Oſtern 1885: Materialien für den lateiniſchen Sprachunterricht; von dem Realgymnaſiallehrer Dr. Schäfer.
Oſtern 1886: Die große Zahl der Abiturienten der höheren Lehranſtalten und die viel größere Zahl Schüler, welche den Kurſus nicht vollenden, nötigen bei den gegenwärtigen wirtſchaftlichen Verhältniſſen unſeres Volkes zu einer anderen


