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Soll Achtung tragen, wenn er Mann ſein wird, Nicht öffnen ſoll dem tötenden Inſekte Gerühmter beſſerer Vernunft das Herz
Der zarten Götterblume— daß er nicht
Soll irre werden, wenn des Staubes Weisheit Begeiſterung, die Himmelstochter, läſtert“.
„Schiller bleibt jung mit dem Helden ſeiner Jugend, in welchem er ſein innerſtes Weſen niedergelegt und aus ſich herausgeſtellt hat. Auch in den ſpäteren Dichtungen wirkt bei ihm das Poſa⸗Element nach— ſowohl in dem jugendartigen Aufſchwung des Gefühls und dem edlen ſittlichen Pathos, wie auch in jenem Freiheitsglauben, der noch in ſeinem letzten Drama, im„DTell“ ſo hell aufleuchtet. In dieſem wird die Idee der Freiheit, mit deren Verkündigung der Dichter begonnen, in dem verklärenden Lichte geläuterter Schönheit noch ein⸗ mal voll und ganz enthüllt. Als auf dem Rütli geſchworen wird, ſchreitet Poſas Schatten unſichtbar, aber vernehmlichen Schrittes hin⸗ durch, es ſpricht ſein Geiſt aus den Seherworten des ſterbenden Atting⸗ hauſen, als dieſer die Alpen im Morgenrote der Freiheit glühen ſieht! Der Geiſt des Poſaſchen Idealismus lebt ferner fort in den hiſtoriſchen und äſthetiſchen Studien Schillers, und die Briefe über die äſthetiſche Erziehung des Menſchen ſind faſt nur die philoſophiſche Ausführung des Gedankens, wie das Jahrhundert durch den pädagogiſchen Einfluß der Kunſt für das Ideal des Poſa reif gemacht werden ſolle.“*) In ſeinen äſthetiſchen Abhandlungen tritt Schiller nirgends als ab⸗ ſtrakter Aſthetiker auf. Überall geht er darauf aus zu zeigen: daß in der Schönheit auch die Freiheit enthalten ſei, überall waltet die Beziehung der Kunſt zum Staat, die Beziehung des vermittelſt des Schönen erzogenen Menſchen zum freien Staatsbürger. Das Staats⸗ bürgertum aber wird im Sinne des Weltbürgertums gefaßt, das Weltbürgertum iſt ein wiederholt ausgeſprochenes Schillerſches Credo: „Es iſt die Pflicht des Philoſophen wie des Dichters, zu keinem Volke und zu keiner Zeit zu gehören, ſondern im eigentlichen Sinne des Wortes der Zeitgenoſſe und Bürger aller Zeiten zu ſein“. In der Ankündigung der Horen kennzeichnet Schiller ſeine Stellung zu ſeiner Zeit mit den Worten:„Je mehr das beſchränkte
*) Vgl. Joſef Bayer.


