Aufsatz 
Justus Freiherr von Liebig : zur hundertsten Wiederkehr seines Geburtstages / Gottfried Erckmann
Entstehung
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Juſtus Freiherr von Liebig. 3ur hundertſten Wiederkehr ſeines Geburtstags.

Von Profeſſor Gottfried Erckmann.

In das abgelaufene Schuljahr fiel die Feier der hundertſten Wiederkehr des Geburts⸗ tages von Juſtus Liebig, des Größten in dem berühmten chemiſchen Dreigeſtirn Liebig Hofmann-Kekulsé, das, aus dem Schoß des Heſſenlandes aufgetaucht, mit ſeinem Glanze die ganze Welt erfüllt hat.

Liebig's Verdienſte um die chemiſche Wiſſenſchaft und Technik, um Landwirtſchaft und Phyſiologie ſind von berufener Feder des öfteren geſchildert worden, ſo bereits kurz nach ſeinem Tode von Emil Erlenmeyer, Auguſt Vogel, Theodor von Biſchoff, Max von Pettenkofer und Hermann Kolbe, etwas ſpäter von Auguſt Wilhelm von Hofmann und neuerdings wieder von Jakob Volhard, G. F. Knapp, Alexander Naumann und Hans von Liebig(dem Enkel des Gefeierten); mit einer ganz ausführ⸗ lichen, das geſamte Quellenmaterial benutzenden Biographie des großen Gelehrten hat uns in allerjüngſter Zeit der bekannte populär⸗wiſſenſchaftliche Schriftſteller und Biograph Adolph Kohut beſchenkt.) Da könnte es überflüſſig erſcheinen, noch eine Zeile über Liebig drucken zu laſſen. Wenn dies trotzdem hier geſchieht, ſo mag es ſich damit rechtfertigen, daß die kleine Abhandlung in erſter Linie für unſere Schüler geſchrieben wurde, die wohl nur ausnahms⸗ weiſe in der Lage ſein dürften, jene oben erwähnten Schriften, die zudem für ſie nicht immer leicht verſtändlich ſind, ſtudieren zu können.

Unter Benutzung des oben angeführten Materials und des von A. W. v. Hofmann herausgegebenen Briefwechſels zwiſchen Liebig und Wöhler will ich es verſuchen, Liebig's Bedeutung als Lehrer, Gelehrter, Reformator und Menſch in kurzen Worten zu ſchildern.

*) Juſtus von Liebig. Sein Leben und Wirken. Von Dr. Adolph Kohut. Gießen, Emil Roth 1904. Gebunden 6 Mk.