Aufsatz 
Zur Statistik des Lyceum Fridericianum für den Zeitraum von 1779 bis 1835 / von Friedrich Georg Karl Groß
Entstehung
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graphiſch prachtvoll ausgeſtattete Glückwunſch⸗Adreſſe. Zum Schluſſe traten drei der älteſten Schüler des Lyceums, Herr Geheimerat a. D. Schwedes, Herr Sanitätsrat Dr. Schütte und Herr Bibliothekar Dr. Groß vor und überreichten im Namen der früheren Schüler die Stiftungsurkunde über ein Jubiläums⸗Benefizium. Hierauf beſtieg der Direktor das Katheder und dankte allen für die dargebrachten Glückwünſche und Gaben. An die Dankesworte ſchloß er unmittelbar die Feſtrede, in welcher er, des Zuſammenhanges zwiſchen Kirche und Schule gedenkend, einen Rückblick warf auf die Geſchichte des Lyceums und der Hoffnung Ausdruck lieh, daß die Anſtalt auch in Zukunft auf den drei Grundpfeilern des Evangeliums, des Altertums und des Vaterlandes ſtehen und ihre Schüler zu tüchtigen Männern für Staat und Kirche erziehen werde. Nachdem hierauf der Gymnaſialchor die OdeInteger vitae etc. geſungen hatte, ſchilderte der primus omnium Fritz Seelig in deutſcher Rede die Verdienſte des Landgrafen Friedrich II. von Heſſen um die Künſte und Viſſenſchaften. Dieſer Rede folgte der ChorgeſangDie Himmel rühmen des Ewigen Ehre ꝛc., worauf die Schulfeier durch ein von dem erſten Religionslehrer der Anſtalt, Oberlehrer Dr. Lindenkohl, geſprochenes Gebet und mit dem von allen Anweſenden geſungenen ChoralNun danket alle Gott ꝛc. beſchloſſen wurde.

Um 3 Uhr ſammelten ſich gegen 500 Teilnehmer zu dem Feſtbankett in dem feſtlich geſchmückten Saale des Stadtparks. Während des Mahles brachte Herr Oberpräſident Freiherr von Ende den erſten Toaſt auf Se. Majeſtät den Kaiſer aus. Den zweiten Toaſt widmete der Direktor den Feſtgenoſſen. Der dritte Redner war Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Stauder, welcher der Pflege des idealen Sinnes auf dem Gymnaſium gedachte und mit einem Hoch auf das Lyceum Fridericianum ſchloß. Den vierten Toaſt brachte Herr Provinzial⸗Schulrat Dr. Rumpel aus auf die Stadt Caſſel, und darauf erwidernd den fünften Herr Bürgermeiſter Klöffler auf die Lehrer des Gymnaſiums. Dieſen offiziellen Toaſten folgte dann noch eine Reihe heiterer Trinkſprüche. 3

Die meiſten Teilnehmer am Bankett begaben ſich gegen 6 Uhr in die Karlsaue, wo ſeit 4 Uhr ſich die Schüler des Gymnaſiums und neben ihnen eine ſehr große Anzahl von Beſuchern auf dem Platze vor der Reſtauration zu dem von dem Lyceum veranſtalteten Gartenfeſte eingefunden hatten. Mit dem Anbruche der Dunkelheit wurde der Feſtplatz mit zahlloſen Lämpchen illuminiert. Gegen 9 Uhr ordneten ſich die Schüler zur Heimkehr. Mit bunten Lampions zogen ſie unter Vorantritt des Muſikchors in die Stadt zurück, an dem mit den beiden Medaillonbildern des Kaiſers Wilhelm und des Landgrafen Friedrich II. und mit Laub⸗ guirlanden feſtlich geſchmückten und mit farbigen Lampen glänzend erleuchteten Lyceumsgebäude vorüber nach dem Friedrichsplatze, wo an der bekränzten Bildſäule des Landgrafen Friedrich II. der Zug Halt machte und nach einem vom Direktor ausgebrachten Hoch auf Se. Majeſtät den Kaiſer ſich auflöſte.

Am dritten Feſttage, Freitag dem 15. Auguſt, fand Vormittags 10 Uhr auf dem Schulhofe ein Schau⸗ turnen ſtatt, bei welchem die Leiſtungen der Schüler vollſte Anerkennung von Seiten der zahlreich erſchienenen Zuſchauer ernteten. Gleichzeitig waren die feſtlich geſchmückten Räume des Gymnaſiums für die Beſucher geöffnet. Nachmittags verſammelten ſich die Lehrer, Schüler und Feſtgenoſſen größtenteils in Wilhelms⸗ höhe, wo aus Anlaß der Säkularfeier ſämtliche Waſſerkünſte ſpielten. Abends vereinigten ſich noch einmal die Feſtgenoſſen in dem glänzend erleuchteten Stadtparke zu einem Gartenfeſte, welchem ein Schüler⸗

ball folgte. Sonnabend früh um 7 Uhr ſahen die Unterrichtsräume Lehrer und Schüler wieder bei der gewohnten

Arbeit.

Die ganze Feier hat einen überaus glücklichen, auch von dem herrlichſten Wetter begünſtigten Verlauf

genommen und wird nicht nur in der Geſchichte der Anſtalt, ſondern auch für alle beteiligten Gäſte und

Schüler eine unvergeßliche und erhebende Erinnerung bleiben. Ein auf Veranlaſſung Line⸗ Feſtgaſtes gedrucktes J 3