Aufsatz 
Die zwei Recensionen und die Handschriftenfamilien der Weltchronik Rudolfs von Ems : mit Auszügen aus den noch ungedruckten Theilen beider Bearbeitungen / von A. F. C. Vilmar
Entstehung
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10. Juni ein, und ist bis daher der Anstalt noch nicht zurückgegeben worden. Seine Abberufung unterbrach den bereits begonnenen Cursus der Mathematik, und zerrüt- tete den Cursus der Naturgeschichte, in welchem Lehrgegenstande im Laufe des Sommers der zweiten und dritten Klasse gar kein Unterricht, der vierten nur die Hälfte der durch den Lehrplan für denselben festgesetzten Stundenzahl ertheilt wer- deu konnte.

Unter dem 6. Juni 1838 wurde der seit dem 9. October 1837 an dem hiesigen Gymnasium seinen praktischen Vorbereitungscursus bestehende Dr. Hupfeld von kurf. Ministerium in Folge höchsten Beschlusses mit der Versehung einer Lehrerstelle an dem Gymnasium zu Fulda beauftragt, dagegen aber der Candidat Dr. Heinrich Has- selbach aus Richelsdorf dem Gymnasium als Practicant zugetheilt. Derselbe begann die ihm angewiesene Laufbahn am 12 Juni dess. J.

Der bisher mit der Versehung einer Lchrerstelle an dem hiesigen Gymnasium beauftragte Rector der Stadtschule zu Homberg, George Theodor Dithmar, wurde un- ter dem 9. Januar 1839, der Candidat des Gymnasiallehramtes Dr. med. Friodrich Ludivig Stegmann aus Frankfurt a. M., welcher seit dem 10. April 1837 als Practi- cant an dem hiesigen Gymnasium thätig gewesen war, und seit dem Abgange des Dr. Hehl mit dessen Lehrstunden beauftragt ist, unter dem 23. Januar 1838, beide zu Ilülfslehrern an dem hiesigen Gymnasium huldreichst ernannt.

Unter dem 30. April 1838 wurde von kurf. Ministerium eine Dienstanweisung zu Abhaltung der Maturitätsprüfungen erlassen.

Die Gymnasiumsbibliothek erhielt am 17. April 1838 von Herrn Professor Dr. Hermann Jacobs und Ukert Beiträge zur älteren Literatur I. und II. Band, so wie die von ihm selbst besorgte Ausgabe von Lucian de hist. conscrib. zum Geschenke.

Der physikalische Apparat wurde aus den etatmässigen Mitteln durch eine Cen- trifugalmaschine nebst den dazu gehörigen Iustrumenten so wie durch einen Magnet, ausserdem aber aus freiwilligen Beiträgen der Schüler der beiden oberen Klassen (im Belaufe von 14 Thlr. 19 gr.) durch einige kleinere hauptsächlich Zur Erläuterung der Lehre von der Statik und Mechanik dienende Geräthschaften vermehrt. Dem naturhistorischen Cabinet machte am 2. Mai 1838 der abgegangene Primaner, Stud. d. Theol. Karl Spranck eine ausehnliche Sammlung von Käfern und Muscheln zum Geschenke.

Zwei Schulzimmer wurden im Frühling 1838 durch Anbringung eines Dielenbe- schlages und durch Ausspitzung der bis dahin noch in den Bauformen des 15. Jahr- hunderts bestehenden Fensternischen bedeutend verbessert; auch erfuhren andere Localitäten, insbesondere der zum Bau-Etat der Landesuniversität gehörige Kreuz- gang des Gymnasiums sehr wesentliche Reparaturen.

Der Schwimmunterricht für die Schüler des Gymnasiums wurde auch in dem verwichenen Sommer fortgesetzt.

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