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T. 3 (1910) Oberhessen
Entstehung
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rischer und solche mit körniger Struktur ein, die dann nach ihrem Mineralbestand weiter gegliedert werden.

Die Basaltschlacken und-tuffe kommen noch an vielen Orten des Vogelsbergs vor und bedeckten ihn vor der Eiszeit in viel grösserer Ausdehnung und Mächtigkeit als jetzt; sie sind durch Abtragung während dieser Periode grösstenteils weggeführt wor- den. Als besondere Schlackengebilde nennen wir die Schlacken- agglomerate, die z. B. in der Gegend von Michelnau bei Nidda, am Schäferling bei Lich und an der Papiermühle bei Münster aufgeschlossen sind. Am ersteren Orte handelt es sich um eine Anhäufung von Schlackenbrocken(Wurfschlacken), die sehr wahr- scheinlich in unmittelbarer Nähe einer Ausbruchsstelle erfolgt ist; an letzteren Orten sind die Agglomerate wohl als Oberflächen- bildungen dampfreicher Laven entstanden ².

Unter den Basalten wurden an manchen Orten, so z. B. am Häuser Hof bei Salzhausen, ältere Gesteine von höherem Gehalt an Kieselsäure nachgewiesen, die Phonolithe oder Klingsteine heissen. Sie enthalten weniger dunkel gefärbte Gemengteile als der Basalt und an farblosen Mineralien Sanidin und Nephelin. Die mit den Phonolithen verwandten Trachyte sollen bei Rabertshausen vorkommen.

Die Basalte des Vogelsbergs finden vielfach Verwendung als Bau- und Pflastersteine sowie zur Beschotterung von Strassen. Bei der Verwitterung liefern sie einen schweren, tonigen Boden, der an der Oberfläche trocken und hart wird, in den tieferen Schichten aber die Feuchtigkeit lange hält. Als eine besondere Art der Verwitterung möge noch der sog. Sonnenbrands der Basalte er- wähnt werden. Er tritt nur an echten Basalten, nie an Trapp- gesteinen auf und entsfeht vermutlich infolge einer Veränderung des glasigen Kristallisationsrestes durch die Atmosphärilien. Ganz frische und anscheinend gesunde Basalte erliegen oft in kurzer Zeit diesem Verwitterungsprozess. Es zeigen sich dabei zahlreiche helle Punkte am Gestein, von denen haarfeine Risse ausgehen, die sich allmählich vergrössern und zum vollständigen Zerfall des Basaltes führen. Schöne Sonnenbrenner findet man z. B. im alten Basaltbruch am Hangelstein bei Giessen.

¹ Schottler. Die Basalte der Umgegend von Giessen a. a. O. S. 344 u. 345.

2 Schottler. Beschreibung der beim Bau der Bahnstrecke Lich-Grünberg entstandenen Aufschlüsse etc. a. a. O. S. 81 u. 82.

¹ Schottler. Die Basalte der Umgegend von Giessen, a. a. O. S. 343.