hausensis), von der man Zweige, Blätter, Blüten und Früchte ge- funden hat. Auch Blätter und Fruchtkerne von Weinreben hat man häufig hier angetroffen; ihr edles Nass erfreute aber noch keines Menschen Herz, denn die Existenz des tertiären Menschen ist mehr als zweifelhaft.
Damit verlassen wir die Tertiärablagerungen der Wetterau und betrachten nun die hier vorkommenden diluvialen Gebilde. Die Flüsschen und Bäche unseres Gebietes führten während der Eiszeit— Gletscher gab es hier nicht— bedeutend grössere Wasser- massen als heute. Die mitgeführten Gerölle, Kiese und Sande setzten sie jeweilig in den Tälern als Terrassen ab, die wir dort jetzt noch in deutlicher Entwicklung finden. Dies ist z. B. der Fall im unteren Tale der Nidda und Nidder, ferner in dem der
Usa und teilweise auch an der Wetter. Viel wichtiger aber als diese Ablagerungen ist der aus Staubabsätzen der jüngeren Dilu- vialzeit entstandene Löss. Wir finden ihn fast überall in unserem Gebiete und oft von grosser Mächtigkeit. Ihm verdankt die Wet- terau den Ruf, eine der fruchtbarsten Gegenden Deutschlands zu sein, eine Tatsache, die bereits den alten Römern bekannt war. Gegen den Taunus zeigen sich über gelblichen diluvialen Geröllen mächtige Lehmmassen mit eingestreuten Quarzitblöcken und Stücken benachbarter Schiefergesteine. Es sind dies Abhangsschuttmassen der Diluvialzeit, die später von Löss überlagert wurden. Die Blöcke sind sogenannte Knollensteine aus tertiären Sanden und kommen anderwärts, z. B. bei Giessen sehr häufig vor. Einer dieser Steine, der einen besonders grossen Umfang hat, ist im Nauheimer Park aufgestellt. Er besitzt ein 25— 30 cm weites, rundes Loch, das nach Lepsius durch eine Gletschermühle entstanden sein solli. Löss und der aus ihm entstehende Lehm finden, soweit sie frei von Lösskindeln sind, überall in der Wetterau Verwendung zur Her- stellung von Backsteinen und Ziegeln. Der Flugsand, der sich vom Löss durch das gröbere Korn unterscheidet, fehlt unserem Ge- biete vollständig, mit Ausnahme der Gegend am Main nördlich von Hanau und bei Gross-Steinheim.
III. Giessen und Umgegend.
Am linken Ufer der Lahn, dort wo die Wieseck mündet, liegt die alte Universitätsstadt Giessen, von Wäldern und sanften
¹ Lepsius, Notizen zur Geologie von Deutschland a. a. O. S. 33.


