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T. 3 (1910) Oberhessen
Entstehung
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stämme und streckten ihre farbenprächtigen Blüten über den Ur- wald, in dem sich jedenfalls auch eine sonderbare Tierwelt tum- melte. Dort, wo grössere Teiche und Sümpfe waren, fluteten Wasserpflanzen mit ihren oft zierlichen Stengel- und Blattgebilden auf der Oberfläche, und Sumpfpflanzen wucherten auf dem Boden. Niederstürzende Bäume sanken wohl auch in die Sümpfe und fielen hier neben andern Pflanzen und dem von angeschwollenen Bächen und Flüssen eingeschwemmten Treibholz der Zersetzung anheim. Kurzum es wurden hier grosse Mengen von jenem Material an- gehäuft, aus dem nach und nach unsere Braunkohlen gebildet wurden.

Während ihrer Ablagerung fanden Lavaergüsse und Aschen- regen im Gebiete des Vogelsbergs statt, und so kann man nach der Lage der Kohlen zu den vulkanischen Gebilden(Basalt, Tuff etc.) eine ältere unter und zwischen den Basalten resp. Tuffen liegende und eine jüngere, diese überdeckende Braunkohlenbildung unterscheiden. Der ersteren gehören die Lager in und am Vogels- berg an, wie z. B. die vom Hessenbrücker Hammer bei Laubach, von Salzhausen und Rinderbügen. In dem zuerst genannten Lager fand man 7 mehr oder weniger mächtige, mit basaltischem Ge- stein wechsellagernde Braunkohlenschichten, die sämtlich von einer gewaltigen Basaltdecke überlagert waren.

Zu den jüngeren Bildungen zählt das bereits erwähnte, etwa 20 km lange und bis 6 km breite Braunkohlenfeld in der Wetterau zwischen Assenheim und Hungen ¹. Ihrer mul- migen Beschaffenheit wegen eignen sich die Wetterauer Kohlen gut zur Fabrikation von Briketts, die älteren, Vogelsberger dagegen sind hierzu nicht geeignet, da in ihnen die holzigen Bestandteile bei weitem vorherrschen. Das mächtigste Braunkohlenlager von ganz Oberhessen war das von Salzhausen am westlichen Rande des Vogelsbergs. Mit seinem Abbau wurde 1815 begonnen, und seit dem Ende der sechziger Jahre des vorigen Jahrhs. ist es ver- lassen. Es war 400 m lang, 230 m breit und etwa 30 m stark. Die obersten Schichten bestanden grösstenteils aus Baumstämmen von ansehnlicher Länge und Dicke, die fast alle in der Richtung von NW nach 80 lagen. Von den hier gefundenen vielen fos- silen Pflanzen, die den oben angeführten Gattungen angehören, erwähnen wir besonders die Salzhäuser Cypresse(Cupressites Salz-

¹ Näheres darüber siehe Steuer, Die Braunkohlenbildungen im Gross- herzogtum Hessen etc. im Handbuch für den deutschen Braunkohlenbergbau

von Klein, Halle a. S., 1907, S. 100. 2*