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T. 2 (1909) Rheinhessen
Entstehung
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Diluvialen Gebilden von etwas jüngerem Alter als die genannten Rheinschotter begegnen wir in Rheinhessen in den Mosbacher Sanden. Diese sind nach Mosbach bei Biebrich be- nannt und nahe bei dem ersteren Orte an der Strasse nach Wiesbaden in grossen Gruben aufgeschlossen. Sie stellen eine Mischung von Rhein- und Mainmaterial dar und sind durch ihre reiche Fauna berühmt¹. Im Steinbruch der Zementfabrik Weisenau lassen sie sich ebenfalls beobachten; sie liegen hier auf den Corbiculakalken und sind ihrerseits von Löss und sandig-lehmigem Boden bedeckt(Kulturschicht mit Resten von römischen Ziegeln, terra sigillata etc.). Einen schönen Aufschluss? in den Mosbacher Sanden zeigt die Grube westlich der Strasse Hochheim-Herrnsheim gegenüber dem grossen Friedhof von Worms. Hier werden sie von den stark rotgefärbten Kiesen der Pfrimm bedeckt, die 1 1,50 m. mächtig sind. Auf letzteren lagert eine 3 4 m dicke Löss- schicht.

Diluviale Rheinablagerungen, die jünger sind als die Mos- bacher Sande, kommen z. B. zwischen Budenheim und Heides- heim nächst der Haltestelle Uhlerborn vor.

Waren die bisher betrachteten Schotter, Kiese und Sande reine Flussablagerungen, so begegnen wir nun im Löss und Flug- sand(Geol. Bilder I. Teil Seite 21 und 22) jenen Gebilden der jüngeren Diluvialzeit, die dem Winde ihre Entstehung verdanken. Der Löss bedeckt sowohl teilweise die Flussterrassen, als auch weite Flächen der Plateaus in unserem Gebiete. Seine Mächtig- keit ist im allgemeinen am grössten im Osten und Norden nach dem Rheine zu. Starke Lössbedeckungen treffen wir z. B. bei Guntersblum, Ludwigshöhe und Nierstein. Flugsandflächen finden sich z. B. in der Gegend zwischen Mainz und Ingelheim, wo sie zum Teil mit Kiefernwald bewachsen sind.

Bezüglich der Waldungen von Rheinhessen sei kurz bemerkt, dass sie nur einen sehr kleinen Teil der Gesamtoberfläche be- decken(im Jahre 1905 etwa 4,5%); sie befinden sich hauptsäch- lich in der Südwestecke der Provinz.

Im Gegensatz zu den Diluvialgebilden sind die Ablagerungen des Alluviums in Rheinhessen wie überall der Hauptsache nach

¹ Lepsius, Mainzer Becken, S. 163, und W. v. Reichenau, Beiträge zur näheren Kenntnis der Carnivoren aus den Sanden von Mauer und Mosbach. Abhdlg. d. Grossh. hess. geol. Landesanstalt, Bd. IV, Heft 2, 1906.

1 A. Steuer, Bodenwasser und Diluvialablagerungen etc. I. c. S. 77.