Druckschrift 
T. 2 (1909) Rheinhessen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 26—

lich von Nummulitenschalen aufgebaut sind, von Spanien und Marokko aus, längs der beiden Seiten des Mittelländischen Meeres, durch die ganzen Alpen und Karpathen, durch die Apenninen, Griechenland und die Türkei, durch Nordafrika, Aegypten und Kleinasien, durch Persien und Ostindien bis nach China, Java, Sumatra und den Philippinen, kurz von einem bis zum anderen äussersten Ende der alten Welt“. Und auch schon in der Kreide- zeit haben die Foraminiferen wesentlich am Aufbau der Erdrinde mitgewirkt; wir erinnern nur an die Kreidefelsen von Rügen und an der englischen Küste. Der berühmte Berliner Naturforscher Ehrenberg erkannte bereits im Jahre 1838 die auffallende Uber- einstimmung vieler lebender Foraminiferenarten mit solchen der Kreide und sprach von„lebenden Kreidetierchen“.

Seit dieser Zeit sind unsere Kenntnisse über diese interes- santen Geschöpfe bedeutend bereichert worden durch grosse Expe- ditionen, die zur Erforschung der Meere besonders von den Eng- ländern in der Challenger-Expedition 1873— 76 und den Deutschen in der der Gazelle in den Jahren 1874— 76 unternommen wurden. Pflanzliche Reste sind ausser versteinertem Holz bis jetzt weder aus dem Meeressand noch aus dem Septarienton von Rheinhessen bekannt geworden. Trotzdem aber scheint eine reiche Flora, wenigstens während der Zeit, als der Septarienton abgelagert wurde, in unserer Gegend vorhanden gewesen zu sein. Dies schliessen wir daraus, dass damals am Südrande des Taunus ein üppiges Pflanzenleben herrschte, wie die im Rupelton bei Flörs- heim a. M. zahlreich gefundenen fossilen Pflanzenteile, meist Blatt- abdrücke, beweisen. In den Urwäldern jener Zeit grünten und blühten hier schon Bäume, die denen unserer heutigen Wälder verwandt waren. Eichen wechselten mit Buchen und Nadelhölzern, und in der feuchten Niederung machten Pappeln und Erlen sich den Platz streitig. Dazwischen mischten sich Baumformen, wie sie jetat nur in wärmeren Zonen gedeihen. Riesige Mammut- bäume(Sequoia Sternbergi und Langsdorffi), deren Verwandte heute in den Tälern Süd-Kaliforniens ihr Dasein fristen, wuchsen hier neben Lorbeer-, Kampfer- und Zimtbäumen, die in grosser Zahl vorhanden waren. Schlanke Eukalyptusbäume, deren heutige Vertreter in Australien die stattliche Höhe von 130 m erreichen, ragten stolz über alle anderen Bäume und Sträucher des mit dichtem Unterholz bewachsenen Urwaldes empor. Und auch Palmen sowie andere immergrüne Gewächse vervollständigten das Bild jenes tertiären Waldes, in dem alles von unten bis über die