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T. 2 (1909) Rheinhessen
Entstehung
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Verbreitung in Rheinhessen; die Aufschlüsse in demselben sind aber hier viel seltener als die im Meeressand, da dieser eine grössere praktische Verwendung findet als jener. Ein grösserer Aufschluss befindet sich bei Bodenheim, wo der Ton zur Zement- fabrikation ausgebeutet wird; die an anderen Orten unseres Ge- bictes angelegten Gruben dienen ausschliesslich zur Gewinnung des unter ihm liegenden Meeressandes. In diesen Gruben lässt sich zuweilen der Übergang der sandigen in die tonigen Schichten gut studieren. Besonders schön sieht man denselben in der etwa 150 Schritte westlich vom Bahnhofe Flonheim angelegten grossen Sandgrube, ferner in den Aufschlüssen im Rotental bei Alzey, an der Neumühle bei Weinheim und bei Hackenheim.

Der Septarienton besitzt eine rein marine Fauna; sie ist der des Meeressandes ähnlich, aber nicht so reich an Arten. Das Leitfossil ist eine Muschel, Leda Dehayesi Duch., die bis jetzt in Rheinhessen auf primärer Lagerstätte nur bei Nierstein gefunden wurde. Mehrere schöne Exemplare dieses Fossils, die von hier stammen, befinden sich im Landesmuseum in Darmstadt. Andere Fundorte im Mainzer Becken sind: Kreuznach a. d. Nahe, Offen- bach a. Main und Flörsheim a. Main, letzterer mit sehr reicher Septarientonfauna. Von allen Versteinerungen dieses Tones aber nennen wir besonders die Foraminiferen, die auch in unserem Gebiete bei Flonheim sowie bei Wonsheim? und in seiner Um- gebung zahlreich gefunden wurden.

Was sind Foraminiferen? Schlämmt man Rupelton, so kann man in dem Rückstand schon mit einer guten Lupe u. a. schnecken- hausartige, flaschenförmige, perlschnurartige, kugelige und knäuel- förmige Gehäuse unterscheiden. Bei stärkerer Vergrösserung, wie sie das Mikroskop liefert, erscheinen diese zierlichen Formep natür- lich in viel schärferen Umrissen sowie mit allen ihren Einzelheiten, und es zeigen sich meistens auf ihrer Oberfläche zahlreiche feinere oder gröbere Poren. Einen prächtigen Anblick gewähren die hier bunt durcheinander liegenden zarten Gebilde und lassen

¹ Vergl. Andreae, Über Meeressand und Septarienton in Mitteilg. der Kommission f. d. geol. Landesuntersuchung von Elsass-Lothr. Bd. I, Heft 2. Strassburg 1887. S. 83— 92.

2 Karl Stoltz, Beitrag zur Kenntnis des Septarientones von Wonsheim i. Rheinh. im Zentralblatt f. Min. etc., Jahrg. 1905, Nr. 21, S. 656— 661, und —, Untersuchg. des Septarientones vom Martinsberg bei Wonsheim im Notiz- blatt d. V. f. Erdkunde u. d. Gr. geol. Landesanstalt zu Darmstadt. IV. Folge, Heft 27. Darmstadt 1906. S. 49—53.