Propinz Rheinhessen.
I. Die Entstehung der Oberrheinischen Tiefebene.
Am Rhein, am Rhein, da wachsen unsere Reben; Gesegnet sei der Rhein!
Da wachsen sie am Ufer hin und geben Uns diesen Labewein.
Wer denkt bei diesen Versen nicht unwillkürlich an die feurigen und weltberühmten Weine von Oppenheim, Nierstein, Nackenheim und anderen Orten, wo auf sonnigen Hügeln längs des schönsten deutschen Stromes edle Reben gedeihen. Da wachsen sie aber nicht nur am Ufer hin, sondern auch weit in die gesegnete rheinhessische Pfalz hinein, wo der weinfröhliche Franke schon über 1400 Jahret haust und dieser fruchtbaren Gegend den Stempel seiner Schaffenslust und seines Fleisses aufgedrückt hat.
Während die einförmigen, langgestreckten Bergrücken des hinteren Odenwaldes durch die Buntsandsteinformation, das ab- wechseluhgsreiche Bergland des vorderen Teiles dagegen durch das kristalline Grundgebirge hervorgebracht werden, verdankt Rhein- hessen seinen landschaftlichen Charakter vornehmlich tertiären, diluvialen und alluvialen Ablagerungen, neben rotliegenden Sand- steinen und den darin auftretenden Eruptivgesteinen. Die ter- tiären Schichten sind in der Geologie als Ablagerungen des Mainzer Beckens bekannt. Ausser ihnen gehören zu diesem Becken auch die Tertiärbildungen der Wetterau, des Taunusvorlandes, der unteren Maingegend bis Aschaffenburg, sowie die an den Randgebirgen (Odenwald, Schwarzwald etc.) der Oberrheinischen Tiefebene.
Wie ist diese Ebene oder das breite von Basel bis Mainz sich erstreckende Rheintal entstanden?
Im Jahre 496 n. Chr. ging infolge des Sieges des Frankenkönigs Chlodwig über die Alamannen ausser anderen Gebieten auch das des heutigen Rheinhessen an die Franken verloren. Vergl. Schumacher, Aufgaben der Forschung und Grabung in Südwestdeutschland. Mainzer Zeitschrift, Jahr- gang II. Mainz 1907. S. 11.


