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T. 1 (1908) Starkenburg
Entstehung
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Von den übrigen Höhen des vorderen Odenwaldes, die auch hauptsächlich aus Biotitgranit bestehen, seien u. a. genannt: der Auerbacher Schlossberg, der Eichelberg bei Oberflockenbach, die Tromm mit Wagenberg uud das Böllsteiner Gebiet. Der Granit der letzteren Lokalität zeigt infolge lagenweiser Anordnung der Glimmerblättchen sogenannte Parallelstruktur und wurde daher früher fälschlich für Gneiss gehalten. Der Trommgranit ist hell- grau mit einem Stich ins Rötliche und gleicht in seinem Aussehen dem schwedischen Granit, den man z. B. in Darmstadt an dem Denkmal des Grossherzogs Ludwig IV. und am Kriegerdenkmal sehen kann.

Neben dem Glimmergranit ist auch der Hornblendegranit im kristallinen Odenwald weit verbreitet. Das grösste Gebiet desselben liegt im Dreieck Heppenheim-Weinheim(Fürth)-Gumpen mit Aus- läufern über Reichelsheim. Ferner findet man ihn in weiter Aus- dehnung an dem Rücken der Neunkircher Höhe, der höchsten Erhebung im hessischen Odenwald(605 m ü. d. M.) und an der Südostseite des Felsberges, dessen nordwestlicher Teil bankig (plattig) abgesonderten Biotitgranit mit dacwischengelagerten meta- morphen Schiefern zeigt.

Am Felsberg finden sich vielfach jene merkwürdigen von Sage und Dichtung umwobenen Bildungen, die manFelsenmeere nennt, und deren man hier etwa 18 zühlt. Das grösste und berühmteste derselben liegt am Südabhang des Berges. Von welcher Seite man dasselbe auch besuchen mag, sei es vom Felsberggipfel, sei es von Reichenbach aus, immer wird man voll Erstaunen sein über die mächtige Anhäufung von grösseren und kleineren Fels- blöcken, die zum Teil mit Moos und Farnkräutern bewachsen und von prächtigem Buchenwald umgeben sind.

Jedem, der diesesMeer besucht hat und womöglich über seine Felsen geklettert ist, bleibt der grossartige Eindruck dieses gewaltigen Naturschauspiels unvergesslich.

Über die Entstehung der Felsenmeere herrschten in früherer Zeit verschiedene Ansichten. Die einen glaubten die Gesteins- blöcke seien durch Eis oder Wasser an ihrer jetzigen Stelle ab- gelagert worden, die anderen behaupteten, Erdbeben und vulka- nische Tätigkeit hätten sie aufeinander getürmt. In der letzteren Weise erklärte z. B. noch A. v. Humboldt die Bildung des mäch- tigen Felsenmeeres der Luisenburg bei Wunsiedel im Fichtelgebirg. Aber schon Göthe sprach beim Anblick dieser gewaltigen Felsblöcke

die Anschauung aus:Dass die Natur ruhig und langsam wirkend . 3