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T. 1 (1908) Starkenburg
Entstehung
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21.

Diluvialterrasse wird diese fluviatile Vorstufe am westlichen Oden- waldrand genannt.

Der Löss ist eine gelbliehe, etwas Ton enthaltende, kalk- reiche feinerdige Masse, die mit sehr vielen kantigen Quarz- stückchen sowie anderen Mineralien untermischt ist. Der echte Löss ist porös, ungeschichtet und von zahlreichen senkrechten Kalkröhrchen durchsetzt, die von Graswürzelchen herrühren und ihn für Wasser durchlässig machen. An dem Gras, das auf dem Lössboden wuchs, lebten Schneckenarten(Helix hispida, Pupa mus- corum, Succinea oblonga, die 3 charakteristischen Lössschnecken), deren Gehäuse man öfters darin findet. Die gute Erhaltung der letzteren beweist, dass sie von Tieren stammen, die an Ort und Stelle abgestorben sind und nicht etwa eingeschwemmt wurden, was auch als Beweis für die Ablagerung des Löss durch den Wind gelten kann.

Durch den Verwitterungsprozess, vornehmlich durch das ein- sickernde mit Kohlensäure beladene Regenwasser wird der kohlen- saure Kalk der Röhrchen in den oberen Teilen der Lössdecke gelöst und als doppelt kohlensaurer Kalk in die tieferen geführt. Hier findet unter Entweichen eines Teiles der Kohlensäure eine Ausscheidung von einfach kohlensaurem Kalk statt, und dadurch entstehen jene sonderbaren Bildungen, die man Lössmännchen oder Lösskindel nennt. Der Löss ist dadurch zu Lehm geworden, der sich durch seine braune Farbe von dem noch unverwitterten gelblichweissen Löss scharf abhebt und weniger wasserdurch- lässig ist. Löss und Lehm liefern bekanntlich einen guten Acker- boden, auch werden an verschiedenen Orten unseres Gebietes Ziegel und Backsteine daraus verfertigt, wie bei Weinheim und Birkenau. Löss auf ursprünglicher Lagerstätte, sogenannter pri- märer Löss, findet sich z. B. amSande westlich von Schönberg sowie an dem von der Hirse-Mühle nach dem Sande führenden Hohlweg. ¹ Ferner ist er bei Weinheim aufgeschlossen an der stark verstürzten Sandsteinscholle des nach der Windeck führenden Fahrwegs und schliesslich in der Stief'schen Ziegelei bei Birkenau, hier mit schönen Lössmännchen. ²

Weit mehr verbreitet als der primäre ist der durch das Wasser abgeschwemmte und umgelagerte Löss(Schwemmlöss). Er ist vielfach mit verwitterten Gesteinsstückchen vermengt und

¹ Chelius u. Klemm, Erläuterungen z. geol. Karte des Grossh. Hessen, Blätter Zwingenberg und Bensheim S. 65 u. 66. ² Klemm, Erläuterungen etc. Blatt Birkenau S. 63.