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stein beim Zerschlagen spaltet, sie heissen Feldspat(Kali- feldspat oder Orthoklas). Daneben sehen wir farblose bis graue fettglänzende Körnchen, die man Quarz nennt. Diese Bestand- teile sind untermischt einerseits mit dunkelschimmernden Blätt- chen, dem Glimmer(Magnesiaglimmer oder Biotit), andererseits mit schwarzen Säulchen, der Hornblende oder dem Amphibol. Diese vier, innig miteinander vereinten Mineralien sind die Haupt- gemengteile unseres Gesteins und geben ihm das schwarz und weiss gesprenkelte Aussehen, wodurch es schon von weitem auf- fällt. Neben denselben kommen noch untergeordnete, mit blossem Auge nicht erkennbare Mineralien vor. Feldspat, Quarz und Glimmer sind die Gemengteile, die dem Gestein vornehmlich jene kristallin-körnige Struktur verleihen, nach der es den Namen Granit führt, von granum, das Korn. Die beigemengte Hornblende, die an deren Graniten fehlt, hat die Geologen veranlasst dieson Granit Hornblendegranit zu nennen.
In früherer Zeit hielt man die hier liegenden Granitmassen für erratische Blöcke(Findlinge) die vom Eis oder Wasser an diese Stelle transportiert worden seien. Heute weiss man, dass dem nicht so ist, sie sind keine Fremdlinge, sondern weiter nichts als die von der Verwitterung verschont gebliebenen Stücke des hier an- stehenden Granits. Wie verwittert der Granit?
Bei jeder Gebirgswanderung kann man leicht die Beobachtung machen, dass die zutage liegenden Felsen mehr verändert, rissiger und bröckliger sind als das frische Gestein, das der Steinbrecher aus der Tiefe schafft. Viele Faktoren sind es nun, die sich hier vereinigen, um der Felsmasse dieses Aussehen zu geben. Zunächst finden sich in dem Gestein äusserst feine Sprünge, die sog. Ab- sonderungssprünge oder Gare, die in der Gesteinsstruktur ihre Ursache haben.
Die tagsüber von den Felsen aufgenommene Sonnenwärme wird während der Nacht wieder lebhaft ausgestrahlt, es wechselt also Erwärmung mit Abkühlung,“ Ausdehnung mit Zusammenziehung, und die haarfeinen Sprünge und Risse werden dadurch vergrössert und erweitert. In diese Spalten dringt nun das Wasser ein, der Frost verwandelt es in Eis, treibt die Klüfte mit mächtiger Ge- walt auseinander, da das Wasser beim Gefrieren sein Volumen ver-
Welch grosse Temperaturdifferenzen hierbei auftreten können, lässt sich bestimmen, wenn man bei sehr schwülem Wetter die Temperatur des Gesteins vor und nach einem heftig niedergehenden Gewitterregen misst(Walther, Vorschule der Geologie, Jena. 1905).


