Aufsatz 
Die Bedeutung des Namens im Kult und Aberglauben : ein Beitrag zur vergleichenden Volkskunde / von Wilhelm Schmidt
Entstehung
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Gottes nicht kennt; wenn er ihn wüsste, verspräche er sich offen- bar mehr von der Wirkung seines Gebets. Wir erfahren sogar von Plato¹, dass es überhaupt Vorschrift war, die Götter mit den Namen anzurufen, mit denen sie gern genannt sein wollen. Daher sagt auch der Chor bei Aeschylus(Agam. 160):

Zeus, was auch sein Wesen ist,

hört er diesen Namen gern,

will ich ihn bei diesem rufen. Bei Julian orat. VII 231 A(Hertl.) heisst es: O Vater Zeus, oder welcher Name immer dir lieb ist, und wie du genannt sein willst. Da erkennt man die Bedeutung und die Wichtigkeit der„heiligen und grossen Namen“, von denen in den Zauberpapyri so oft die Rede isté. Dass bei dem römischen Volk ganz gleiche Anschau- ungen bestanden, kann uns ein Priestergebet zeigen4, das auch die Worte enthält: Juppiter optimus maximus, oder unter welchem anderen Namen du angerufen sein willst. Für den einzelnen Fall war es von wesentlicher Bedeutung, dass das gerade für ihn am besten passende Beiwort des Gottes zum Anrufen verwendet wurde’. Daher nennt z. B. Chryses den Apollo im ersten Gesang der Ilias (v. 37 ff.), wo er ihn bittet, das Leid, das die Achäer ihm, seinem Priester, zugefügt, mit seinen verderbenbringenden Geschossen zu vergelten, gerade mit dem Attribut„du mit dem silbernen Bogen“. Ist man sich nicht völlig klar, welches Wort der Gott in dem Augenblick gerade am liebsten hört, so scheut man sich nicht, ihm verschiedene zur Auswahl zu bieten: so z. B. Horaz der Diana im carm. saec. 14 ff.:

Ilithgia.... sive tu Lucina probas vocari seu Genitalis,

wobei das sive-sive(entspr. slre-slre) die stehenden Trennungs-

¹ Cratyjl. 18 p. 400 E ⅜ᷣ mνεμο ειν ais dais rdνs sor,r uu⁵r ⁸dνεμααe rirés re val dnινέιην‿ 2iοον⁶σανν deυουαεdusyow. vgl. Ausfeld a. a. O. 518(u. Anm. 1).

2² ϑ Zeë ndr**J—* τν σ⁴σι—²⁴⁴οõö⁵τοω æa ν deτοuνdεσεοανα.

² vgl. z. B. den Leid. Pap. bei Alb. Dieterich in Fleckeis. Jahrbb. Suppl. XVI(1888) 798: III 12„α αἀνοοο νά mπειiαονςανατο, IV 28 S. 801 ra dyο dvduαræ, VI 31 S. 806 0 u6ᷣæ να ννν ενouα. vgl. auch die Indices in den auf S. 43, 6 erwähnten Veröffentlichungen C. Wesselys u. d. W. ³youa.

4 vgl. Serv. zu Verg. Aen. II 351 u. IV 577; G. Wissowa Religion und Kultus der Römer(im Hdb. V 4) München 1902 S. 33(nebst Anm. 1—3).

5 vgl. schol. zu Il. V 114 Bd. III 235 f. Dind.: A⁴e‿‿να‿ ϑ roie ra‿ϑνμαꝶεν 0i&νν⁴αμάινοι roεs εοες τd εενεεa ωσονοννεα, τα vvy utr dor aranovouuevos droνrd v, ¹*½ elνοανν* aor adstendaν ενoinrode(Tl. VI 305), oi dε rijy leiæy zaßonre draritad mẽ τε(TlI. X 460).