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neuer angenommen, um den vollzogenen Wandel unzweifelhaft darzutunl. So ist es bei verschiedenen Naturvölkern üblich, die den Kindern gegebenen Namen nach Abschluss der Kinder- jahre zu wechseln?. Dass dieser Brauch, von dessen Bestehen in Griechenland uns, soweit ich sehe, nichts überliefert ist, bei den alten Griechen doch gelegentlich wenigstens vorkam, geht meines Erachtens aus einer Stelle bei Euripides(Hel. 10 ff.) deutlich hervor, wo wir hören, dass die Tochter der Meeresnymphe Psamathe zuerst Eido(die Schöne) und dann, nachdem sie erwachsen war, Theonoë(die Gotteskundige) genannt wurdet. Weit häufiger aber findet sich die Namensänderung zur Bezeichnung des Wechsels im Wesen des Menschen. Nur kurz erwähnt seien hier die Bei- spiele, welche die Bibel bietet; so im alten Testament Abram— Abraham, Saraj— Sarah, Jacob— Israel; im neuen z. B. Simon — Kephas(Petrus), Saulus— Paulus und manche andere. Dieser Erscheinung lässt sich eine andere vergleichen: für den Griechen und Römer bedeutet auch die Versetzung eines Menschen unter die Götter eine so gewaltige Umwandlung, dass die Beibehaltung des seitherigen Namens unmöglich erscheint: so wird, um nur einiges anzuführen, der Mensch Romulus zum Gott Quirinus!; der von seinen Rossen zerrissene Hippolytus heisst, nachdem er wieder lebendig geworden, Virbius5; Semele wird Thyoneé usw. In diesen Zusammenhang gehört auch die Namensänderung bei Wechsel des Ranges. Ein sehr altes Beispiel dafür findet sich in der Bibel(2. Kö. XXIII 34): Und Pharao Necho machte zum König Eliakim.... und wandte seinen Namen in Jojakim. Die gleiche Sitte findet sich bei der Thronbesteigung der Perser; so nahm (nach Diodor XV 93) Ochos als König den Namen Artaxerxes (III.) an. Vielleicht in Anlehnung an diesen Brauch änderte man den Namen des Aridaios, des Bruders Alexanders des Grossen, bei seiner Einsetzung zum König um in Philippos(Diod. XVIII 2). Auch in Japan nimmt der Beamte, der eine höhere Stelle erhält, einen neuen Namen anl.
¹ vgl. Konstantin Angermann Beiträge zur griechischen Onomatologie Progr. d. Fürsten- u. Landesschule St. Afra in Meissen 1893 S. 21 ff.
2 Andree 166, 2; 174; 176. Ploss I 160; II 423 f.
3 Auf diesen„prophetischen Namen“ wird auch v. 822 wieder hinge- wiesen; vgl. Rosenmüller Altes und neues Morgenland I 63.
4 Ovid fast. II 475. Dion. Hal. II 48. Plut. Rom. 29.
5 Ov. met. XV 544 s. o. S. 6 Anm. 2; fast. VI 756; vgl. Polle S. 39.
⁸ Diodor IV 25. Apollod. III 5, 3.
7 Andree 174. Man denke auch an die(freilich nicht beliebige) Um-


