Aufsatz 
Die Bedeutung des Namens im Kult und Aberglauben : ein Beitrag zur vergleichenden Volkskunde / von Wilhelm Schmidt
Entstehung
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Im Frieden(190) ist der Name des Winzers Touyaios gewählt mit Rücksicht auf rovydo(vgl. schol. z. St.) d. h. Feldfrüchte ein- sammeln(vgl. Eccl. 885. Vesp. 634). Andere Beispiele liessen sich noch genug aus anderen Komödien beibringen. Eigentümlicherweise werden nun Wortspiele dieser Art aus dem Griechischen bisweilen unmittelbar ins Lateinische über- nommen. Geschieht dies bei einem Dichter, der bei seinen Lesern oder Hörern Kenntnis des Griechischen voraussetzen darf, so mag es noch begreiflich erscheinen, sonst aber nicht. Bereits Varro (de ling. Lat. VII§ 82 p. 148 Sp.)2 erhebt gegen Ennius den Vorwurf, dass er recht ungeschickt in Anlehnung an Euripides, bei dem die Etymologie des Namens Andromache deutlich er- kennbar sei, nun auch im Lateinischen sage: Wer der Andromache den Namen beigelegt, hat ihn mit Recht ihr beigelegt. Mehr ent- schuldbar ist bei Ovid(heroid. XIII 93 ff. vgl. met. XII 68) und Ausonius(epigr. 12) das Spiel mit dem Namen des Protesilaus, wonach dieser schon durch seinen Namen gleichsam dazu bestimmt sei, als erster aus dem Volk(οοτο aoi) nach der Landung in Troja zu fallen(vgl. Hyg. fab. 102 f.). Dies, ebenso wie das folgende Beispiel scheint um deswillen erträglicher, weil bei den Lesern in diesem Falle wohl zum grossen Teil die Kenntnis der zugrunde liegenden Stämme vorhanden ist. Kydippe findet in dem Namen des Akontios auch die Erklärung für das, was sie um ihn gelitten. Akontioss war von Keos nach Delos gekommen und dort von Liebe zu Kydippe, der Tochter eines Atheners, entbrannt. Er warf nun in den Tempel der Diana einen Apfel mit der Aufschrift: Ich schwöre bei der Diana, mich mit dir zu vermählen! Das Mädchen, das ahnungslos diese Aufschrift las, hatte damit vor der Göttin einen Schwur getan, der unbedingt erfüllt werden musste. Als der Vater sie bald darauf in Unkenntnis dieses Geschehnisses einem ànderen vermählen wollte, erkrankte sie heftig. Akontios, der davon erfuhr, schrieb ihr, die Krankheit sei eine Strafe der Diana, weil Kydippe ihren Eid verletzt habe. So war es also

¹ vgl. Eg. 1258(Agorakbritos), 1278(Arignotos), Ach. 88(der„Vogel“ Phenaæ), Nub. 67(Pheidippides); vgl. S. 8 Anm. 4. 2 Imitari dum voluit(Ennius) Euripeden et ponere etymon, est lapsus. Nam Euripedes quod Graeca posuit, etima sunt aperta. Ille ait ideo nomen additum Andromachae, quod drdoi udgera. Hoc Ennii quis potest intellegere inversum significare Andromachae nomen qui indidit, recte indidit.

3 Ov. her. XXI 209; vgl. trist. III 10, 73; ars. amat. I 457.