Aufsatz 
Die Einführung der Reformation in Hanau / vom außerordentl. Pfarrer und Reallehrer Julius Scheer
Entstehung
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Unter dem 16. Januar wird genehmigt daß das bisher gebrauchte Rechenbuch von Dieſterweg abgeſchafft und das von Schellen eingeführt werde.

Das Schuljahr begann Montag den 13. April mit der gewöhnlichen Feier.

Für den um Weihnachten v. J. im Pfarramt angeſtellten Herrn Dömich(ſ. Progr. v. 1874, S. 34) fand ſich endlich ein Nachfolger, der Candidat der Theologie, Karl Davin, der mit Genehmigung des Provinzial⸗Schulkollegiums vom 21. April 1874 mit der proviſoriſchen Verſehung der Sexta beauftragt wurde, und am 29. April ſeine hieſige Amtsthätigkeit begann.

Herr Karl Davin, geb. den 16. Nov. 1848 zu Grebenſtein, Kreis Hofgeismar, beſuchte das Gymnaſium zu Hersfeld von Oſtern 1863 bis Herbſt 1868, hierauf die Univerſitäten Marburg und Leipzig, wo er ſich dem Stu⸗ dium der Theologie widmete, machte den franzöſiſchen Feldzug von 1870 und 1871 im 88. Regiment mit und ſetzte dann ſeine Studien bis 1872 fort. Hierauf abſolvierte er den pädagogiſchen Curſus für Candidaten der Theologie im Seminar zu Schlüchtern und bekleidete dann eine Hauslehrerſtelle.

Mitt Genehmigung derſelben Behörde wurde die im vorigen Jahr für die Sexta eingerichtete Parallel⸗ klaſſe beim Aufrücken der Schüler an Oſtern aufgehoben und eine ſolche für die Quinta gebildet. Ebenſo wurde der Parallelcötus der 2. Vorſchulklaſſe in die 1. verlegt, und da das Lokal der 2 Vorſchulklaſſe im Neuſtädter Rathhaus für die aus der 3. Klaſſe aufrückenden Schüler nicht ausreichte, mußte auch auf dieſer Stufe eine Parallelklaſſe eingerichtet werden, für welche mit Genehmigung des Kgl. Prov.⸗Schul⸗ kollegiums vom 16. Mai Lehrer Wolff gewählt wurde.

Herr Eduard Wolff, geb. den 17. October 1849 zu Schmalkalden, abſolvierte 1869 den Seminarkurſus zu Schlüch⸗ tern, war von da bis Oſtern 1870 mit Verſehung der Schulſtelle in Stadthosbach, Kr. Eſchwege, beauftragt, hierauf an der oberen Mädchenklaſſe in Goldlauter bei Suhl, Reg.⸗Bez. Erfurt, beſtellt. Dann war er von October 1872 bis Ende Juni 1874 Lehrer an der höheren Privat⸗Knabenſchule in Suhl. Am 1. Juli wurde er in ſein hieſiges Amt eingeführt.

Die Sommerferien dauerten vom 6. Juli bis zum 3. Auguſt, die Herbſtferien vom 28. Sept. bis zum 12. Oktober. Die Klaſſenprüfungen wurden am 24., 25. und 26. Sept. abgehalten.

Der 2. September wurde, wie im vorigen Jahr, durch einen Schulact Rede des Directors über die welthiſtoriſche Bedeutung des Tages von Sedan, Declamationen und Geſänge der Schüler und durch die Theilnahme der Anſtalt an dem allgemeinen Feſtzug gefeiert.

Am 11. Nov. ſchied Herr Candidat Piderit aus der Anſtalt, welcher er anderthalb Jahre hindurch ſehr anerkennenswerthe Dienſte geleiſtet hatte, um eine Stelle an der Realſchule zu Mittweida(Kgr. Sachſen) anzunehmen. Das dadurch vacant gewordene Ordinariat der V b. übernahm mit Genehmigung des Kgl. Prov. Schulkollegiums vom 7. November der Candidat der Theol. Otto Weiß.

Herr Candidat Weiß geb. den 17. März 1850 zu Liebenau, Kr. Hofgeismar, erhielt ſeine Gymnaſialbildung zu Marburg in den Jahren 18611869, ſtudierte ebendaſelbſt Theologie von 1869 1872, abſolvierte im Januar und Februar 1873 den pädagogiſchen Curſus für Candidaten der Theologie in Schlüchtern, war hierauf 1 ½ Jahre lang als Civilerzieher im Cadettenhauſe zu Oranienſtein angeſtellt. Er begann ſeine hieſige Wirkſamkeit am 14. Novbr.

Vom 1. Januar dieſes Jahres an wurde mit Genehmigung des Provinzial⸗Schulkollegiums das jähr⸗ liche Schulgeld für Prima, Secunda und Tertia auf 120 M., für Quarta auf 100 M., für Quinta und Sexta auf 90 M. und für die 1., 2. und 3. Vorſchulklaſſe auf 60 M. erhöht.

Mit lebhaftem Bedauern ſehen wir wieder einem Verluſt entgegen, indem Herr Langsdorf, der erſt ſeit Oſtern d. J. bei der Anſtalt in Thätigkeit iſt, und in vollem Maße die Achtung und Zuneigung der Kollegen ſowie der Schüler ſich erworben hat, zur Verwaltung einer Lehrerſtelle am Gymnaſium zu Kaſſel berufen worden iſt und mit dem Schluß des Schuljahrs ſeine hieſige erfolgreiche Wirkſamkeit be⸗ enden wird.

Am 20. März wird zur Vorfeier des Geburtsfeſtes Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs eine Schulfeierlichkeit mit einer Feſtrede und mit Vorträgen von Gedichten und Geſängen veranſtaltet werden.

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