Aufsatz 
Aus und über Hans Wilhelm Kirchhoff : zum Gedächtnis des Landgrafen Philipp des Großmütigen, 300 Jahre nach seinem Tod / von G. Th. Dithmar
Entstehung
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147. Der Grebe von Heiligenrode geht nach Cassel in willens sich barbieren zu lassen. Nach einigen Händeln oder Geschäften, die er bei der Obrigkeit hat, stärkt er sich an Wein,»der was mächtig süss und die gesellschaft gut, das bringet manchmal nichts gutes zuwege«. Auf der Fuldabrücke im Schlaf liegend wird er im Gesicht von einem grossen Jagdhund beleckt. Der Grebe erwacht, meinet, es wäre der Barbier und spricht:»O scheret fein sanfte, lieber Meister, ich bin der Greb von Heiligenrodt«. Darvon noch heut ein Sprichwort bei uns ist.

149. Hat sich zugetragen, dass ein reicher Herr von Nürnberg durchs Land zu Hessen reisete und eine Nacht in einen kleinen und doch lustigen Städtlein»zur Lichtenauw- bleiben musste. Er lädt den Bürgermeister daselbst, Johannes Nese, zum Nachtessen. Der Wein ist ist dem Fremden-ganz rauch und unlieblich zu trinken«. Sie haben in des Städtleims Keller nicht mehr denn ein Stück. Der listige und behende Bürgermeister sagt: wir haben genug Wein und mancherlei. Er geht selbst in den Keller und bohrt in das nemliche Fass, bringt den Wein dem Herren, und der lobt ihn. Der Bürgermeister thut noch zweimal ebenso, und der Fremde steigert jedesmal sein Lob. Den Wein lobend zieht der Fremde anderen Tages von dannen, und der Bürgermeister ist froh, denn wäre der Mann selbst in den Keller gekommen, so würde die Lichtenauische Ehre den Glanz gar verloren haben und in das finstere Thal sich verbergen müssen.

150. Vier Bürgermeister von Waldkappel(Landgräfisch, Beumelburgisch und zwei Hundelshausisch) sind in Geschäften zu Arnstadt. Als der Schreiber das aufgenommene Protokoll gelesen, bittet der Landgr. B. es nochmals zu lesen. Als der Schreiber zum Namen desselben gelanget, ruft er: halt still, es ist genug, dass bin ich, dass ihrs wol verstehet, und wiederholt die Worte oftmals mit den Fingern auf sich zeigend.

151. Der Bürgermeister zu Niedenstein(eine Art Don Quixote) zieht wunderlich gerüstet gegen die Feinde. Die Steigriemen bestehen aus Spannketten, die Bügel aus »Pflug Wide«. Bei dem Dorfe Gleichen gehts gegen die Feinde, und in seiner Rede wieder- holt er:»Es wird gneipens gelten«. Er greift an, allein da stürzt der müde Gaul unter ihm zusammen. Darum und nicht weil ein Bürgermeister einen Gaul selbst geschindet, vexierte man die Niedensteiner mit dem Ausdruck Gneip.

152. Der Bürgermeister von Liebenau(seinem Städtlein, darin die Leutlein nur mit bäurischer Arbeit und keinen höflichen Sitten*) umzugehen gewohnt sind), ist a. 1560 zu Hofgeismar. Ein gewisser Curt von Creutzburg spricht zu ihm:»Gut Gesell, ich will euch einen freundlichen Trunk bringen«. Dies misfällt dem Herrn Bürgermeister und er spricht:»Ich bin kein gut Gesell, sondern der Bürgermeister von der Liebenauw«.

297. Ein Dieb, der eine Kuh gestolen, kommt in Homberg ins Gefängnis, und da er sollte»ein schwengel in ein Feldglocken geben« entwischt er mit irgend einer Beihülfe.

1) mag jetzt anders sein.