I. Aus Kirchhoffs Reimwerk über Philipp den Grossmütigen.
Der treuherzige Hans Wilhelm Kirchhoff¹),»der alte Hesse«, verfasste im Todesjahr des Landgrafen Philipp ein Reimwerkchen, in welchem er bald die Tugenden des Fürsten lobt, bald einfach, mitunter in gutem Ton, die Thaten desselben erzählt. Der Titel ist: Warhaftige und doch summarie beschreibung, der vielfaltigen und mit Gottes hülff manlich ausbestandenen gefahrlichkeiten, gefurten kriegen und Geschichten:
Des Durchleuchtigen und Hochgebornen, Christlichen und weitberühmten Fürsten und Herrn, Herrn Philipsen des Eltern, weiland von Gottes gnaden Landgraven zu Hessen, Graven zu Catzenelnpogen, Dietz, Ziegenhain und Nidda etc. Von ihrer F. G. kindlichen Tagen an biss zu derselbigen gottseligem ende ²).
(Hessisches Wappen.) Syrach 10. Cap. Das Werk lobt den Meister: Und einen weisen Fürsten seine hendel. (Rückseite: Philipps Bild). (Gewidmet Philipp, Franz und Bernhard, Gebrüdern, Grafen zu Waldeck). Datum Cassel a. 21. Julii, a. 1567.
Am Ende: Gedruckt zu Marpurg durch Andres Kolben³) Erben, im jar 1567.
Kirchhoff beginnt also: Jeder Historiker(Livius, Caesar, Justinus, Curtius, Salustius, Plutarchus und Herodatus nennt er)»Nimmt ihm einen vor, den er in Himel hebt empor«. Doch habe deren Sieg den Schein, Denen sei der Triumph allein, Die, sprech ich, die ihr hend
1) Meist ist sein Name Kirchoff, auch Kirchof und Kirchhof geschrieben, zuletzt finde ich conse- quent die Schreibart Kirchhoff.
2) Ein Exemplar dieses seltenen Reimwerkchens ist mir vor 7 Jahren vom jetzigen Herrn Geh. Reg. Rath Mittler zu Cassel freundlich geliehen worden.
3) Ueber diesen s. Mel. Jocos. 209.


