Aufsatz 
Binger Heimatgeschichte in lateinischem Gewand / für den Schulgebrauch zusammengestelt und erläutert von Studienrat J. Kohl
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in latelnischerrr Gewerrdl 19

Dei monstratione pervenissemus ⁶⁰): et exceptis quibusdam paucis vinetis) ad eandem ecclesiam pertinentibus, quae domino Her- manno Hildesheimensi episcopo, et fratre ipsius, nobili viro, Bernardo dicto, per nos pretio comparavimus.

6, 16

4 uf.. 3 2. Klosterbesitz Weinbau ¹) Kartula Leidrati, comitis de Pingiu.(28. Aug. 765) (Dronke, Cod. dipl. Fuld., S. 17)

Domino magnifico fratri Lulloni ²), episcopo, in Christo nomine ego Leidratus comes ³). Fingit mos legum, ut iura sunt inter emp- torem et venditorem, ut solemni scriptura firmetur et Inec] detra- hendi, Inec] repetitio conparandi alicui videatur esse formido). Ideo vendidimus tibi in pago Uuormacinse?) in loco, qui dicitur in castto Pinginsie0⁰), quod est constructum super fluvium Hre- num et super fluvium Naba, id est) domibus, aedificiis, accola- bus, vineis, terris araturis, mancipia his nominibus: Plidolf, The- dolf, Agilolf, Ratulf, Hrigoz, Theoto, Ota, Godalthrud, Baldina, Ratsuuind, Theothard, Uuilliheri, Hrihuuin, Sigipraht, Sigiboto, Ernust, Theôtpraht, Adalpraht, Erlosoend, Leobunar, Gaozolt,

60) Im Jahre 1147 siedelte Hildegard, durch eine Vision veranlaftt, vom Disi- bodenberg nach dem Rupertsberg über. ¹¹) vinetum= Weinberg.

Klosterbesitz. ¹) Nach der groften Lücke in der Ueberlieferung der Binger Geschichte, die zwischen römischer und karolingischer Zeit klafft, berichten die ersten uns erhaltenen Urkunden von Erwerbungen auswärtiger Klöster wie Fulda, Lorsch, Prüm u. a. und von Schenkungen an diese. Die Kirche war nicht nur Trägerin alter Verwaltungserfahrung aus spätrömischer Zeit. nicht nur Vermittlerin antiker Geisteskultur, sondern auch ihres wirtschaft- lichen und technischen Erbes. Die Bischöfe und Stifte, vor allem die Klöster schufen planmäſfig Anbaumöglichkeit und gaben praktische Anleitung zu gewinnbringender Arbeit. Sie warendie eigentlichen Schrittmacher des wirt- schaftlichen Fortschritts. In der groften Zahl der Binger Kaufs- und Schenkungsurkunden für Klöster ist immer wieder von Weinbergen die Rede. Diese regelmäftige Wiederkehr des Weinbergs als Kauf- und Schenkungs- objekt in den rund 25 Urkunden aus dem 8. jahrhundert beweist, daft schon in dieser Zeit die Binger Gemarkung vorwiegend mit Reben bepflanzt war. Man kann also hier den Anschluft an die Kultur und Bodenbewirtschaftung

der Römer feststellen, die den Weinbau an den Rhein gebracht haben. An

erster Stelle erscheint das Kloster Fulda, das 744 von Abt Sturmi auf Ver- anlassung des hl. Bonifacius gegriindet und 751 unmittelbar dem Apostoli- schen Stuhl unterstellt wurde, in zweiter Linie dann das Kloster Lorsch.

Urhunde des Leidrat. ²) Lulloni: erwarten würden wir: Lullo; das Latein ist recht unbeholfen, und häufig sind Verstöfte gegen die lateinische Gram- matik festzustellen. ³) Zu ergänzen:stelle ich diese Urkunde aus. ¹) Die Ueberlieferung: et non detrahendi, sed repetio conparandi--. esse formido ist verderbt und aus anderen Urkunden(vgl. Dronke Urk. 8) in der oben angegebenen Weise zu verbessern; es liegt eine Vermischung zweier Konstruktionen vor: nec detrahendi gehört zu formido= Furcht, etwas weg- zunehmen; diesem Ausdruck ist gleichzuordnen: nec repetio conparandi= ein Zuriickverlangen behufs Erwerbung.) Ein Teil der Binger Mark scheint im Woörmsgau, ein Teil im Nahegau gelegen zu haben, wie ja jetzt noch der Binger

Wald, der hessischen Stadt gehörig, auf preufiischem Gebiet liegt.(Vergl. Fabricius. Nahegebiet, S. 260).) Also war Bingen damals wieder wie in römischer Zeit ein castrum, ein befestigter Ort.*) id est= übersetzewas wir besitzen an---.