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Syntaktische, phraseologische und sonstige Eigentümlich- keiten des Wiener Idioms habe ich in dieser Arbeit nicht be- rücksichtigt. Auch die Einflüsse der slavischen und finnischen Nachbarschaft vermochte ich nicht nachzuweisen, da ich von diesen Sprachen zu wenig verstehe. Dagegen lasse ich den deutschen einige Ableitungen aus der lateinischen, italienischen und französischen Sprache vorausgehen.— Benutzt habe ich Diez, Grimm, Haupt, Höfer, Hügel, Lexer, Maaler, Schmeller, Stalder, Weigand und andere, die im Text gelegentlich ge- nannt sind.
Lateinisch. Bem.: à ist getrübt(dem o sich nähernd) zu sprechen.
Amarelln(amarus) Sauerkirschen, Weinkirschen. Bei Maaler 15: Ammarellen; A. sind kleine früzytige pfersich.
Artollerie(ars tollendi?). Falls diese Ableitung richtig, wre die Erhaltung des o, das auch unsere Bauern in dem Wort noch bisweilen brauchen, interessant.
biberln(bibo) gern viel, aber in kleinen Schlücken trinken.
degrepit(decrepitus) abgerauscht, abgelebt, schwach, krank.
Denari(denarius) Geld.
Difidomine(llaus] tibi domine) Ausruf.
Federnpinal(pinna, pina, penna) Federköcher oder-büchse. Die Bestimmung des Geräts doppelt bezeichnet; ähnlich, wie man bei uns manchmal hören oder lesen muſs, Armbracelet, erstes Debut, Halscollier, herabmindern, Salzsaline u. dgl.
Fisoln(phaselus, phaseolus) Bohnen.
goddigkeit, goddigua, goderkeit(quod dicat, früherer amtlicher Ausdruck) was heiſsen soll; so gut als wenn.(Anders Höfer 1, 311).
Habemus(habeo) Rausch. Vgl.: Er hott.
Hamur(humor) Humor.
Hephep(wiederholte Anfangsbuchstaben von Hierosolyma est perdita?) antisemitischer Zuruf. Grimm dagegen erklärt es


