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Es sollen täglich erhalten: Der Rittmeister: 17 Pfund Fleisch, 6 Mass Wein, 12 Mass Bier,
Der Leutnant: 8„„ 3„ 5 8„ Der Kornet: 6„„ 2„»„ 6„„ Der Quartiermeister: 4„„—„„ 3„„ 4 Korporale, jeder: 3„„—„„ 3„„. 2 Trompeter.„. 3„„„„ 3„„. 4 Unteroffiziere,„: 3„„„„„„„. 50 Reiter,„ 2„„—„„ 2„„;
dazu Brod nach Bedürfnis und Futter für 25 Offizierspferde und 50 Pferde der Reiter. Die hohen Posten bei den Offiziereh finden ihre Erklärung darin, dass viele wie die Soldaten ihre Frauen mit ins Feld nahmen, auch zahlreiche Dienerschaft hielten. In guten Zeiten hielten sich sogar die gemeinen Sol- daten Buben, die ihre Waffen etc. instandhalten mussten. Oft war daher der Tross eines Heeres zahlreicher als die Soldaten und fiel natürlich der Gegend mit zur Last.
Nach vielen Bitten, und nachdem er 1 Ohm Wein sowie ein Geschenk im Wert von 70 Rthlr. erhalten hatte, wurde Geysso den Wünschen der Stadt zugänglicher und versprach, dafür zu sorgen, dass die Soldaten von Kassel her ihre Löhnung bekämen und sich ihren Unterhalt dann selbst kaufen könnten, nur die kranken Soldaten, hohen Offlziere und ihn selbst solle die Stadt weiter speisen. Am 20. XI. wurde er dann zu einem Trunk aufs Rathaus geladen, auch der Landkomtur, Oberschult- heiss u. a. nahmen an dem Gelage teil; dabei wird Geysso eine Bittschrift überreicht, in der u. a. steht, den Bürgern würden sogar die Kleider, Hausgerät und Handwerkszeug gepfändet, sie hätten keine Arbeit, und alles, was sie für den Winter für Weib und Kind gespart, sei von den Soldaten schon aufgegessen. Eine neue Gesandtschaft am nächsten Tag findet den General- major williger, er nimmt der Stadt die Speisung der Soldaten, auch der kranken, ab und will sich noch einmal in Kassel um Löhnung bemühen, um vielleicht sogar 300 Rthlr. im Monat an Kontribution nachlassen zu können. Auch die Unterhaltungs- lasten der Offiziere und Geyssos selbst sind nicht gering. Erstere waren meist in den Wirtshäusern untergebracht, und die Wirte reichten dann ihre Rechnungen, von denen noch viele erhalten


