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Finen tapferen Kämpfer gegen die Herrschaft der Jesuiten lernen wir in dem 270 jungen Professor Matthias Ignaz v. Hels kennen. Er war zu Würzburg 1746 geboren und hatte auch dort unter der Leitung des„Geschichtsschreibers der Deutschen“, M. J. Schmidt, der sich später ebenfalls in das Stammbuch eingetragen hat, studiert. Von Würzburg aus war er 1774 als Professor der Universal- und Litteraturgeschichte zur Belebung der Studien an die Universität zu Wien berufen worden. Der Freiherr v. Martini, dem von der Regierung das Referat über Studiensachen übertragen war, erkannte in ihm ein geeignetes Werkzeug für seine Ideen zur Verbesserung des Schulwesens in den K. K. Erblanden. Der Plan, den Heſs in seinem Auftrage aufstellte, war von allen eingereichten der beste und er kam auch noch zum Druck, gelangte aber bei der schwankenden Haltung der Regierung gegenüber der heftig ankämpfenden geistlichen Partei nicht zur Ausführung. .— Er starb schon im nächsten Jahre 1776, am 7. Juni. Er hat sich am 26. Oktober, einem Donnerstag, mit den Versen eingeschrieben:
Aprés tous les Succes, qu'a l'esprit des mechans Je sais, Jon en vevient oMſouurs auu bonnes gens. Vienne 26. 6bre d' Hess
2775. Professeur de lMistoine.
Am folgenden Montag schrieb sich ihm gegenüber sein Antipode, der Exjesuit Hel!l, ein: 271
Non vidert, Sed esse—
In perennem Amicitiae et Venenationis memornam WMennae 30. oct. 2776. Mauimilianus Hell
Astronomus Caes. Negius
Hels und Hell waren sich beide gegenüber getreten, als die Kaiserin Maria Theresia mit der Absicht umging, eine Akademie der Wissenschaften in Wien zu errichten. Hell ward zuerst mit der Abfassung eines Entwurfes beauftragt. Aber sein Plan ward, da nach ihm die Akademie aus lauter ehemaligen Jesuiten bestehen sollte, von der Kaiserin selbst verworfen, und Hefs mit dieser Aufgabe betraut, der nun einen entgegengesetzten Plan aufstellte. Doch kam das ganze Unternehmen über diese Vorbesprechungen nicht hinaus.— Hell(1720— 92), seit 1755 Direktor der neuen Sternwarte in Wien, stand sonst in dem Rufe eines tüchtigen Gelehrten; aber in den letzten Jahren hatte er durch ein auffälliges Verhalten verschiedentlich von sich reden gemacht. Zur Beobachtung des Venusdurchganges, der am 3. Juni 1769 stattfand, hatte er sich im Auftrage des dänischen Königs Christian VII. nach der Insel Vardöhus begeben und wollte dort auch unter günstigen Verhältnissen Beobachtungen gemacht haben, während sie auf andern Stationen in den nördlichen Gegenden wegen der Ungunst des Wetters fehlgeschlagen waren. Als man die Richtigkeit seiner Angaben anfocht, kündigte er nach seiner Rückkehr nach Wien die Mitteilung seiner Ergebnisse in einem grolsen wissenschaftlichen Werke an; dies ist aber nie erschienen. Man suchte das Unterbleiben des Werkes mit der Beschränkt-
heit seiner Mittel, dann auch mit der Aufhebung des Jesuitenordens zu entschuldigen, Kaiserin Augusta-Gymn. 1902. 7


