Teil eines Werkes 
1. Teil (1902)
Entstehung
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Bestehens zurück. Auch sie war 1622 durch Ferdinand II. den Jesuiten ausgeliefert worden; die theologischen und philosophischen Lehrstühle wurden fortan ausschlieſslich mit Jesuiten besetzt. Erst unter der Regierung Maria Theresias begann für die Wiener Universität eine bessere Zeit. Mit der Errichtung eines neuen prächtigen Gebäudes 1755 wurden auch innere Reformen vorgenommen, um die sich jener k. k. Leibarzt van Swieten besonders verdient gemacht hat.

Fine eigene groſs angelegte Unterrichtsanstalt schuf 1746/47 die Kaiserin in der nach ihr benannten Theresianischen Ritterakademie, mit der sie 1759 die savoyische Adelsschule, ein anderes ähnliches Institut, vereinigte. Sie schenkte 1748 dieser Anstalt die Büchersammlung des ehemaligen Leibarztes Garelli, die aus 11 000 Bänden bestand. Joseph II. hob 1784 das Theresianum auf, aber später wurde es wiederhergestellt.

Der bekannteste Name von allen, die sich zu Wien eingetragen finden, ist der des Dichters Denis, oder wie er bereits von demBarden Ringulf, dem Advokaten und Gerichtsaktuar Karl Friedr. Kretschmann in Zittau, in anagrammatischer Weise um- geformt und von Denis selbst angenommen worden war,der Barde Sined. Seine Ein- schrift mit einem Denkspruch aus Juvenals Satiren X, 365 lautet:

Nullum numen abest, s sit prudentia. Juv. Dem werthen Andenken des H. Beſitzers empfiehlt ſich Mich. Denis. Biblioth. am k. k. Thereſianum in Wien. 5

In demselben Jahre wie Lessing 1729 geboren und zwar zu Schärding am Inn, das wie das ganze Innviertel damals noch(bis 1779) zu Baiern gehörte, hatte Denis zu dieser Zeit(1775) seine dichterische Thätigkeit schon abgeschlossen. Die Aufhebung des Jesuiten- ordens, in den er sich 1747 hatte aufnehmen lassen, drückte sein Gemüt nieder, trotz- dem er seinem ganzen sanften und treuherzigen Wesen nach den Bestrebungen jenes Ordens fern stand. In der Zeit vom Jahre 1759 an, in welchem seine Anstellung als Lehrer der Litteratur am Theresianum in Wien erfolgte, bis zu jenem Ereignis, ist seine Thätigkeit am erfolgreichsten.Die Gedichte Ossians erschienen 1768, dieLieder Sineds des Barden 1772, dieSammlung kürzerer Gedichte aus den neuesten Dichtern Deutschlands zum Gebrauche der Jugend von 1762 an. Das besondere Verdienst, das darin bestand, daſs er der österreichischen Jugend die modernen deutschen Dichter Klop- stock, Gellert, Haller, Uz und selbst den gegen österreich dichtenden Gleim lauter Protestanten als Muster vorhielt, hatte er sich mit diesen Chrestomathien schon er- worben. Von jetzt an wandte er sich bis an seinen Tod im J. 1800 gelehrten Arbeiten zu, die sich meist auf die Bibliographie und Litteraturgeschichte bezogen und zu denen seine Stellung als Aufscher der Garellischen Bibliothek im Theresianum, und nach dessen Aufhebung im J. 1784 als Kustos an der k. k. Hofbibliothek ihm die nächste Ver- anlassung gab.

Eng befreundet war Denis mit seinem Ordensbruder und Schicksalsgefährten

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Schiffermüller(1727 1806), der in gleichem Jahre wie er am Theresianum an- 269