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der in jenem Jahre 1770 zum ständigen Sekretär ernannt worden war und dies Amt bis zu seinem Tode 1812 bekleidete, besondere Verdienste erworben, zunächst durch die Erhaltung der 1753 gegründeten und anfangs von Haller und Michaelis geleiteten Zeit- schrift:„Anzeigen von Gelehrten Sachen“, die dadurch die älteste der noch bestehenden litterarisch-kritischen Zeitschriften Deutschlands geworden ist, und ferner durch die Wiederbelebung der Abhandlungen der Sozietät, die 1755 eingegangen waren und nun seit 1770 wieder in ununterbrochener Folge regelmäſsig erschienen. Von den beiden anderen gelehrten Gesellschaften war das Königliche historische Institut auf Veranlassung und unter Direktion des Professors Gatterer i. J. 1764 gestiftet worden zur Förderung aller historischen Wissenschaften mit Hilfe von Urkunden, Wappen, Münzen und Medaillen, die in eigenen Kabinetten gesammelt wurden. Die dritte Vereinigung, die Königliche deutsche Gesellschaft, war zur Pflege der deutschen Sprache schon 1738 begründet worden, ver- mochte aber, trotzdem seit 1762 der Professor Abr. Gotth. Kästner als„Iltester“ den Vorsit? führte und sie den Umfang ihrer Wirksamkeit auf die deutsche Geschichte, Länder- kunde und Altertümer ausgedehnt hatte, doch nicht recht in Flor zu kommen und ging schon 1792 ein.
Von viel grölserer Bedeutung für die deutsche Litteratur und Göttingens Stellung in derselben als diese behördlich anerkannte Vereinigung ward der Freundschaftsbund, den junge enthusiastische Studenten zwei Jahre vor dieser Zeit, am 12. September 1772, geschlossen hatten: der Göttinger Hainbund. 2u seinen Mitgliedern aber scheint Soermans in keinen Beziehungen gestanden zu haben; erst zwei Jahre später lieſs er in Ulm einen älteren Verwandten Millers sich in sein Stammbuch einzeichnen. Gerade an dem Montage, an dem Klopstock auf seiner Reise von Hamburg nach Karlsruhe zu dem Markgrafen Karl Friedrich von Baden bei jenen jungen Dichtern, die ihn als ihren Meister glühend verehrten, in Göttingen verweilte, freilich ohne sonst weiter Besuche zu machen noch anzunehmen, begann Soermans seine Abschiedsbesuche und lieſs die erste Eintragung in sein Stammbuch machen.
Der erste, der sich in Soermans' Stammbuch eingeschrieben und ihm gleichsam die Weihe gegeben hat, war der Konsistorialrat und erste Professor der Theologie an der Universität Chr. Wilh. Franz Walch(1726— 1784), Mitglied einer Gelehrten- tamilie, von der sein Vater Joh. Georg Walch(693— 1775) und sein Groſsvater mütter- licherseits Joh. Franz Buddeus(1667— 1729) als Professoren der Theologie an der Universität zu Jena ihrer Zeit zu groſsem Ruhme gelangt waren. Er selbst war seit 1754 an der Universität Göttingen ein gern gehörter Lehrer der Theologie. Seine reiche Gelehrsamkeit, die sich über alle Gebiete der Theologie erstreckte, aber in dem der Kirchengeschichte sich besonders kundgab, hat er in zahllosen kleinen und groſsen Schriften niedergelegt, die heute noch ihren Wert haben. Darunter ist das Hauptwerk seines Lebens der„Entwurf einer vollständigen Historie der Ketzereien, Spaltungen und Religionsstreitigkeiten“, an dem er von 1762 bis zu seinem Tode gearbeitet hat und das bis auf die Zeit der Reformation gehen sollte, aber in seinem elften und letzten Bande nur bis zum IX. Jahrhundert gelangt ist.— Seine Einschrift befindet sich auf Seite 99 des Stammbuches und sei ebenso wie die nächstfolgende zur Veranschaulichung des allgemeinen Typus dieser Einschriften hier vollständig mitgeteilt:


