unterstrichen. Offenbar t diese Auszeichnung erst in späterer Zeit vorgenommen worden, aber wohl noch vom Besitzer selbst. Denn bei einigen Namen, die im Stammbuch selbst entweder abgekürzt stehen(wie v. M in Nürnberg) oder(wie auf S. 233) hebräisch geschrieben sind, ist mit derselben roten Tinte von des Besitzers Hand die Auflösung v. Murr und Mendelssohn hinzugesetzt.
Was nun die Person des Besitzers betrifft, so habe ich teils aus den Angaben, die man dem Stammbuche entnehmen kann, teils durch Anfragen bei den betreffenden Behörden¹) folgende Thatsachen in Erfahrung gebracht. Joh. Heinr. Soermans aus Panzig gehörte einer Familie an, die ihren Ursprung aus Holland herleitete. Der Ur- groſsvater Joh. Soermans(† kurz vor 1754) war Prediger zu Giesen-Oudekerk bei Port- recht. Der Groſsvater Hendrik Soermans(1700— 17. Aug. 1775), ein Kaufmann, ward 1727 Bürger zu Danzig, wo er als Kommissarius und Konsul der Generalstaaten fungierte. Er war in Danzig eine angesehene Persönlichkeit; er machte sich um die dortige holländische Gemeinde verdient durch die Gründung des Soermans'schen Stiftes unweit der Peterskirche auf der Lastadie, das er 1773 erbaute und zu freien Wohnungen für verarmte Glieder der reformierten niederländischen Gemeinde bestimmte. Dessen Sohn Joh. Heinr. Soermans, gleichfalls ein Kaufmann(“ 23. April 1722, † 21. Dez. 1775), ward am 22. April 1749 Danziger Bürger und Ratsherr in der Altstadt Danzig. Seiner ersten Ehe mit Charlotte, Tochter des Dr. med. Joh. Phil. Brayne, die 1756 starb, entsprols der Besitzer des Stammbuches, wie sein Vater mit Namen Joh. Heinr. Soermans geheiſsen; er wurde am 22. April 1750 geboren und starb— es werden nunmehr 100 Jahre— am 18. Juli 1802 als Altstädtischer Schöppe zu Danzig.— Nach dem Besuche des Panziger Gymnasiums bezog J. H. Soermans die Universität Königsberg, wo er am 31. Aug. 1769 als Gedanò-Borussus, I. U. Stud., unter dem Rektorate des Professors Joh. Ludw. TEstocq (1712— 1779) immatrikuliert wurde; von dort ging er nach Göttingen, wo er sich am 5. Mai 1771 immatrikulieren liefs und bis zum Schlusse des Sommersemesters 1774 blieb. Darauf wandte er sich nach der Universität Leipzig, an der er am 21. Nov. 1774 unter dem Rektorate des Professors Morus immatrikuliert wurde und die er im Juli 1775 verlieſs.
Das Stammbuch legte Soermans bei seinem Abgange von Göttingen an und führte es während der nächsten Jahre auf seinen Reisen, von denen sich, wenn man die Paten zusammenstellt, folgendes Bild ergiebt. Auf dem Wege von Göttingen nach Leipzig berührte er Jena. Von Leipzig aus besuchte er im Frühjahr 1775 Halle, Dessau und Wittenberg. Ende Juli desselben Jahres begann er eine groſse Reise, die ihn über Presden, Karlsbad und Prag nach Wien führte, von wo aus er einen Abstecher nach Preſsburg unternahm, dann aber im Dezember nach Innsbruck weiter reiste. Hier brechen die Ein- tragungen im Dezember 1775 plötzlich ab und beginnen erst im April des nächsten Jahres zu Elbing wieder. Offenbar hat ihn der Tod seines Vaters, der am 21. Dez. 1775 erfolgt war, in die Heimat zurückgerufen. Von Elbing aus besuchte Soermans wieder seine erste Vniversitätstadt, Königsberg in Preuſsen. Im Sommer 1776 weilte er in Berlin, im Anfang
¹) Ich erfülle hier mit Vergnügen die angenehme Pflicht, den Herren Universitäts-Quästor Dr. Pauer in Göttingen, Oberjustizrat Dr. Meltzer in Leipzig, Staatsarchivar und Archivrat Dr. Bär in Danzig, Verwaltungsgerichtsdirektor Meyer in Königsberg i. Pr. auch öffentlich meinen verbind- lichsten Dank für ihr bereitwilliges Entgegenkommen auszusprechen.


