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Die Verdienste Schillers um die Ästhetik
Entstehung
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Wohnungsmangel leidenden Orte zur reinen Unmöglichkeit, und ist namentlich die kalte Jahreszeit imstande, die Unzulänglichkeit der durch die Not aufgedrängten Behausung in verschiedener Bezichung recht unangenehm fühlbar zu machen. Daher wird der Besitz eines eigenen Schulhauses für die junge, im übrigen normal sich entwickelnde Anstalt immermehr zur entschiedenen Lebensfrage, und es ist dringend zu wünschen, dass schon der nächste Herbst, wenn nicht für alle, S0 doch für die in der Rektorwohnung untergebrachten Schul- klassen eine anderweitige und bessere Unterkunft ermögliche. Die beste ist natürlich nur unter eigenem Dache zu finden.

2) Im Schuljahre 1884/85 waren, wie schon oben pbeiläufig erwähnt worden ist, die 3 Klassen der Hauptschule in der Amtswohnung des Rektors der hiesigen Volksschule im sogenannten alten Knabenschulhause untergebracht, während die 3 Klassen der Vorschule im interimistischen Schullokale(Neue Strasse 24) verblieben. Das Schuljahr begann, nachdem in den Osterferien der Umzug bewerkstelligt worden war, am 21. April a. p. und endigt am 28. März c. Die gesetzlichen Ferien haben gewährt zu Pfingsten vom 1. bis 7. Juni, im Sommer vom 12. Juni bis 9. August, zu Michaelis vom 25. September bis 4. Oktober, zu Weihnachten vom 24. Dezember a. P. bis 3. Januar a. 6. und werden zu Ostern vom 30. März bis 11. April dauern.

Wie im ersten Jahre sind auch heuer vom Unterzeichneten während dreier Wochen in den Hundstagsferien täglich 2 Arbeitsstunden abgehalten worden, deren Ertrag zur Beschaffung einer Schulfahne verwandt werden soll.

Ausser am 2. September ist die Schule auch am 28. Oktober als am Tage der Reichstags- wahlen ausgefallen; um der Hitze willen musste Sie an 2 Nachmittagen im Juli ausgesetzt werden.

Am Sedantage wurde ein Ansflug in den Sachsenwald veranstaltet. Nachdem die Strecke bis Friedrichsruh mit der Eisenbahn zurückgelegt worden war, ging es zu Fuss, das Prommler- und Pfeifercorps der Schule an der Spitze, über den Saupark nach Brunstorf, wo ger Unterzeichnete an einer passenden Stelle im Walde die Schüler durch eine Ansprache auf die Bedeutung des Tages hinwies. Nach eingenommener Erfrischung wurden dann nach- mittags in Brunstorf Wettspiele veranstaltet und der Rückmarsch so angetreten, dass die Schüler von Schwarzenbeck aus mit dem Abend-Personenzuge nach Bergedorf zurückkehren konnten.

Der Gepurtstag Sr. Majestät des Kaisers soll auch in diesem Jahre in Ermangelnng eines Raumes, in dem die Gesamtheit der Schüler festlich vereinigt werden könnte, dadurch gefeiert werden, dass dieselben in ihren einzelnen Klassen versammelt und daran erinnert werden, was mit dem ganzen Volke auch die deutsche Jugend dem Kaiser Wilhelm als dem Neubegründer des geeinten deutschen Reiches verdankt.

Der Gesundheits?ustand der Schüler war, obwohl schwere und epidemisch auftretende Krankheiten nicht zu verzeichnen sind, ein beschränkt guter, da zahlreiche Versäumnisse von längerer oder kürzerer Dauer auf allen Stufen vorgekommen sind.

In Bezug auf die amtliche Thätigkeit der Lehrer ist von geringfügigen, durch die Militärkontrole bedingten Versäummissen abgeschen zweierlei zu berichten. Der Kollege Wiese hatte mit Schluss des ersten Schuljahres seiner sechswöchentlichen Dienstpflicht im